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Mittwoch
18.04.2018

TV / Radio

Dicke Post für Ruedi Matter, den Direktor des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF), aus Bern: Über 160 der 200 Radio-Mitarbeitenden wehrten sich mit einer Petition gegen den möglichen Umzug ihres Radiostudios von Bern nach Zürich. Im Interview mit dem Klein Report nimmt Matter zum Aufbegehren seines Berner Radio-Personals Stellung.

Herr Matter, haben Sie mit einem solchen Widerstand der Radio-Abteilung Information gerechnet?

Ruedi Matter: «Ja. Der Umzug einer ganzen Abteilung ist mit Einschnitten in die persönliche Lebenssituation verbunden. Und medienpolitisch ist der Widerstand am Standort Bern nachvollziehbar.»

Wie wurde die Petition von der SRF- und SRG-Spitze aufgenommen? Werden die Pläne, das Radiostudio von Bern ins Leutschenbach zu transferieren, nach diesem Signal des Personals nun noch einmal überprüft?

Matter: «Wir betrachten dies als Beitrag zu den laufenden Abklärungen des Umzugsprojekts.»

Ist es korrekt, dass Sie am Montag wegen dieses Schreibens extra zu einer Krisensitzung nach Bern gereist sind?

Matter: «Nein, meine Termine in Bern waren seit zwei Wochen geplant.»

Heisst das also, dass Sie keine weiteren Gespräche mit dem Personal mehr geführt haben?

Matter: «Am 4. April habe ich zusammen mit Lis Borner zuerst die Kader, dann die Mitarbeiter persönlich über das Projekt ´Standortüberprüfung Bern` informiert und Fragen beantwortet.»

Können Sie die Sorgen und Ängste der Radio-Leute nachvollziehen?

Matter: «Ja, durchaus. Die Sicherung der Qualität der Radioinformation spielt in den Abklärungen eine wesentliche Rolle. Zudem weiss ich aus eigener Erfahrung, dass Umzüge mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden sind.»

Wann wird die Entscheidung, ob das SRF-Radiostudio tatsächlich nach Zürich dislozieren wird, genau gefällt?

Matter: «Der Verwaltungsrat wird in seinen Sitzungen im Juni und Ende des Jahres über die Sparvorschläge der Geschäftsleitung der SRG beraten und entscheiden. Die Standortüberprüfung Bern ist nur eine der möglichen Massnahmen zur Einsparung von hundert Millionen Franken innerhalb der SRG.»