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Mittwoch
24.02.2021

Digital

Spotify will mehr in Podcasts investieren. Illustrer Start mit Springsteen und Obama... (Bild: Spotify)

Mit einer opulenten Präsentation «Stream On» hat Spotify am 22. Februar zu einer neuen Offensive angesetzt.

Mit dem Versprechen «For Spotify, audio is our past, present – and future» wurde der Event auf der Website des Unternehmens aus Schweden angekündigt. Als Gäste sind Bruce Springsteen, Barack Obama, Billie Eilish und zum Abschluss Justin Bieber aufgetreten.

Viele illustre Neuerungen wurden promotet. So werden der Ex-Präsident Barack Obama und die Rocklegende Bruce Springsteen gemeinsam einen Podcast «Renegades: Born in the USA» lancieren. Acht Folgen lang wollen sich die beiden unter anderem über «Vaterschaft, Ehe und die Zukunft Amerikas» sowie «Vorbilder» und «moderne Männlichkeit» unterhalten.

Mit Stolz verkündet wurde auch, dass Spotify inzwischen 57’000 Künstler im Portfolio hat und täglich 60'000 neue Songs hochgeladen werden. Insgesamt seien somit 70 Millionen Werke verfügbar.

Die Top-News der fast zweistündigen Show sparte sich CEO Daniel Ek aber bis zum Schluss auf: «Spotify startet in 85 neuen Märkten.»

Unter diesen sind in Afrika, Lateinamerika, Europa oder Asien beispielsweise Pakistan, Nigeria und Sri Lanka. Alle zusammen repräsentierten mehr als eine Milliarde Menschen, rechnete Spotify. Mit dem Launch in den kommenden Tagen würden auch 36 weitere Sprachen hinzugefügt.

Erst Anfang Februar war Spotify in Südkorea gestartet, dem laut Branchenverband IFPI sechstgrössten Markt der Welt für Musikaufnahmen. Damit streamt das 2006 gegründete Unternehmen heute in 93 Ländern.

Zum Vergleich: Spotify hatte Ende 2020 über 155 Millionen Abonnenten und 345 Millionen monatlich aktive Nutzer. Apple Music kommt nach Zahlen aus dem Juni 2019 auf 60 Millionen Abonnenten. Amazon meldete Anfang 2020 zuletzt 55 Millionen zahlende Nutzer. Im Gegensatz zu Spotify bieten Apple und Amazon keine kostenfreie Variante mit geringerer Tonqualität und Werbeunterbrechungen an.

Gemäss eigenen Angaben hat Spotify 2020 mehr als 5 Milliarden Dollar an Rechten bezahlt. Wie viel davon bei Interpreten und Songwritern ankommt, hängt von deren Verträgen mit Labels und Verlagen ab.

Da Spotify rund 70 Prozent seiner Einnahmen an die Musikindustrie überweist, will das Unternehmen in Zukunft noch stärker auf selbst produzierte Podcasts setzen. Rund um diese ist auch ein neues Tool zur Platzierung von Werbung angekündigt worden. Gut 2,2 Millionen Podcasts gibt es derzeit auf Spotify, darunter 50’000 deutschsprachige Formate.

In Entwicklung sollen auch verschiedene News-Formate sein. Bereits erfolgreich gestreamt wird zum Beispiel ein täglicher Podcast in Koproduktion mit der «Süddeutschen Zeitung». Dieser bietet einen historischen Rückblick unter dem Titel «An diesem Tag».