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Mittwoch
11.03.2020

Medien / Publizistik

«Qualitätsreport 2019»: Fussball-Berichte werden «ausserhalb der betroffenen Region teilweise als zu gross und innerhalb als zu klein wahrgenommen».

Der Qualitätsbeauftragte Res Strehle stellt der Tamedia-Mantelredaktion ein gutes Zeugnis aus. Die Dossierkompetenz bei den nationalen Themen sei gestiegen. Bei der Koordination mit den regionalen Redaktionen gibt es aber noch Pannen, vor allem beim Sport.

«Wenn regional wichtige Themen nicht mehr von den Regionalredaktionen betreut werden, weil sie auch national wichtig sind, können sie dort zeitweilig zu kurz kommen», umschreibt Res Strehle im neuen «Qualitätsreport 2019» das Problem ganz allgemein.

Ein Beispiel bot der «Zürcher Unterländer», der am untersuchten Stichtag Anfang November ein Fussballspiel in der zweiten Liga viel ausführlicher abgehandelt hat als das Spiel des EHC Kloten vom Wochenende. Und das neue Einstiegssystem für Reisende bei Lufthansa respektive Swiss war der Regionalzeitung an jenem Tag gar kein eigenes Thema wert. Dies, obwohl laut Strehle beides «Schlüsselthemen» in dieser Region gewesen wären.

Speziell beim Sport zeigt sich die Krux: Der Umfang, mit dem die zentralisierte Tamedia-Sportredaktion über die grossen Fussballclubs berichtet, wird «ausserhalb der betroffenen Region teilweise als zu gross und innerhalb als zu klein wahrgenommen».

So erschien das Cup-Spiel des FC Basel gegen das unterklassige Pully nicht aktuell auf der Website der «Basler Zeitung», obwohl es bei Halbzeit unentschieden stand und der FCB mit einem Mann weniger in die zweite Halbzeit starten musste.