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Donnerstag
10.09.2020

Medien / Publizistik

Es folgten Drohungen gegen ihn und seine Familie, verschiedene Vernehmungen der Polizei und... (© Video «RTHK»)

Marc Progin steht vor den Schranken: Dem freischaffenden Westschweizer Fotografen wird in Hongkong «Unruhestiftung» und «Mithilfe bei einem Angriff auf einen chinesischen Staatsbürger» vorgeworfen. Diesen Mittwoch und Donnerstag läuft der Prozess.

Bei einer Demonstration in Hongkong im Herbst 2019 fotografierte der Romand eine brutale Szene: Pro-demokratische Demonstranten bedrängten einen chinesischen Banker, kurz darauf schlägt ein Mann in Sturmhaube auf diesen ein.   

Auf diese Aktion hin wurde Progin von den chinesischen Behörden festgenommen. Dies zuerst in der Hoffnung, den Übeltäter zu finden, wie der Fotograf in einem Interview mit dem Fernsehsender RTS Anfang September erklärte. 

Da die Polizei nicht fündig wurde und Progin für die Ermittler der einzig Erkennbare bei dem Vorfall war, «wird er beschuldigt, die Unordnung überhaupt erst geschaffen zu haben», schreibt RTS am Sonntag. Es folgten Drohungen gegen ihn und seine Familie, verschiedene Vernehmungen der Polizei und schliesslich eine Anklage. 

Am Sonntag machte RTS publik, dass sich der 75-Jährige diesen Mittwoch und Donnerstag vor dem Hongkonger Gericht verantworten muss. Im schlimmsten Fall würden ihm ein Jahr Haft drohen.

Seit Erlassung des Sicherheitsgesetzes ist die journalistische Arbeit in Hongkong schwieriger geworden. NGOs haben das Gesetz als Gefahr für Journalistinnen und Journalisten kritisiert und eine Sistierung verlangt, wie der Klein Report bereits berichtete.