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Samstag
14.08.2021

Digital

Falsche Versprechen: Wo Tiere wie in der Werbung für Katzenfutter verwöhnt werden, ist auch genügend Geld für Flüchtlinge vorhanden...

Rund um die «Balkan-Route» schlummert schon lange ein ungelöstes Problem mit den Flüchtlingsströmen. Vor allem die Ostgrenze Österreichs als Puffer vom Burgenland zu Ungarn wird immer mehr zum Brennpunkt, nachdem Ministerpräsident Viktor Orbán sich nicht mehr an frühere Abmachungen halten will.

Unterstützung für seine Politik findet dieser über TikTok. Auf dem sozialen Netzwerk schalten Schlepperbanden neuerdings nämlich Werbung für ihre illegalen Dienste. Um Flüchtlinge zur Abreise oder Weiterreise zu bewegen, machen die Schlepper Stimmung für ein Leben in Österreich mit gefakten Katzenvideos. Gestaltet wie ein TV-Spot für Katzenfutter, suggerieren die Clips ein Leben im finanziellen Paradies: Wo Tiere so verwöhnt werden, ist auch genug Geld für Flüchtlinge da.

Andere Videos zeigen einen Schauspieler als Flüchtling, der von der Ladefläche eines Lastwagens steigt und in die Kamera erklärt, die Reise sei gar nicht so schlimm gewesen, wie der Wiener «Kurier» recherchieren konnte.

Die Schlepper müssen raffinierter kommunizieren, seit das Bundesheer an der Grenze sein Kontingent von 600 auf 1000 Soldaten aufgestockt hat. Trotzdem wollen sich die Flüchtlinge weiter täuschen lassen. «Die Nachfrage ist gross, doch der Markt umkämpft. Mit jedem einzelnen Flüchtling lässt sich gutes Geld verdienen», weiss Gerald Tatzgern, oberster Schlepper-Bekämpfer im Bundeskriminalamt.

Immerhin sind seinem Amt in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres bereits mehr als 200 Schlepper ins Netz gegangen.