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Mittwoch
22.04.2015

TV / Radio

Auch das alte Logo ist zurück

Giuseppe Scaglione ist zurück: Mit dem neuen Streaming-Dienst my105 möchte er nochmals durchstarten. «Ich hatte die Wahl zwischen totalem Absturz oder mich zusammenzureissen und nochmal aufzustehen», sagte Scaglione am Dienstagmorgen in der Zürcher Bar Clouds zu der Zeit nach seinem Konkurs Anfang 2014.

Das neue Projekt my105 werde von ihm selbst und seiner Frau Paola Libera getragen, sagte er dem Klein Report. «Die Kosten bei einem Streaming-Dienst sind natürlich viel tiefer als bei einem klassischen UKW-Radio. Und wir konnten es nicht zuletzt dank meinem Know-how und Netzwerk kostenbewusst starten», so Scaglione. Wie hoch die Investitionen konkret sind, wollte er aber nicht verraten.

Wie viele Angestellte my105 haben wird, ist noch nicht ganz klar. Von der alten 105-Crew sei aber niemand dabei. «Wir arbeiten stark im Auftragsverhältnis. Wir haben nicht mal ein Büro oder ein Studio, die Leute arbeiten von überall.» My105 sei zwar kein klassischer regionaler Arbeitgeber, bei den externen Mitarbeitern handle es sich aber nicht nur um Leute aus dem Ausland, betonte Giuseppe Scaglione.

Dass er sein neues Projekt unter seiner alten Marke 105 lancieren konnte, sei ein Glücksfall: «Ich war sehr erstaunt darüber, dass Roger Schawinski die Marke nicht übernommen hat. Er konnte sich mit dem italienischen Lizenzgeber nicht einigen», so Scaglione, der sich die Markenrechte für die Schweiz gesichert hat.

Die sehr ähnlichen Markennamen von my105 und Roger Schawinskis Planet 105 sieht der Radiomacher nicht als Problem: «Schawinskis Planet 105 ist ja stark auf die Stadt Zürich fokussiert. Und falls Schawinski ein Problem mit der Namensähnlichkeit hat, wäre es das konsequenteste, wenn er seinen Namen ändern würde», so Scaglione spitzbübisch.

Der Streamingdienst my105 startet am 28. Mai 2015 als iOS- und Android-App sowie als Desktopversion. Der Dienst richte sich an die «Generation Kopfhörer», so Scaglione. «Für diese Generation steht Mobilität und Individualität im Vordergrund. Mit der riesigen Auswahl kommt aber auch die Überforderung. Hier kommt 105 ins Spiel», beschrieb er sein Zielpublikum «Unser Credo ist: Mit einem Klick zum Lieblingssound.»

Als Keypartner sind bereits Seat, Manor, Amavita und Sobu - eine Marke der Schweizerischen Post - mit an Bord. Weitere sollen gemäss Scaglione bis zum 28. Mai folgen.