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Dienstag
18. Juni 2013, 08:58
Roma-Titelbild: Weitere Strafanzeige gegen Verantwortliche der «Weltwoche»
22:50
Mittwoch
11.04.2012
Schweiz

Das «Weltwoche»-Titelbild mit dem bewaffneten Roma-Jungen (Titel: «Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz») zieht weitere Kreise: Der Zentralrat Deutscher Roma und Sinti erstattete am Dienstag Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung gegen die Verantwortlichen der Schweizer Wochenzeitung. Zu Wort meldete sich zudem laif, die für die verwendete Aufnahme verantwortliche Bildagentur. Sie bezeichnete die Verwendung des Fotos durch die «Weltwoche» als missbräuchlich.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat am Dienstag in Heidelberg Strafanzeige gegen die «Weltwoche»-Verantwortlichen eingereicht. Es geht um Volksverhetzung und Beleidigung, strafbar nach Paragraf 130 bzw. 185 des deutschen Strafgesetzbuches.

Wie der Zentralratsvorsitzende Romani Rose am Dienstag erklärte, würde die Aufmachung des Titelblatts und die Darstellung in den Artikeln die Volksgruppe der Sinti und Roma in «volksverhetzender Weise» kriminalisieren. Die Berichterstattung der «Weltwoche» befördere durch die hervorgehobene ethnische Kennzeichung von unbekannten Beschuldigten rassistische Stereotypen und erzeuge den Eindruck «abstammungsbedingter Kriminalität», was die Volksgruppe öffentlich unter Generalverdacht stelle. Diese Diffamierungen seien besonders schwerwiegend, da die betroffenen Minderheiten zu den Opfern des Nationalsozialismus gehörten, so Rose.

Weiter warf die Bildagentur laif der «Weltwoche» vor, das Bild des Roma-Jungen missbräuchlich verwendet zu haben. Das Reportagefoto von Livio Mancini, entstanden 2008 auf einer Mülldeponie in der kosovarischen Stadt Gjakova, sei sinnentstellend und wahrheitsverändernd eingesetzt worden, wobei die «Weltwoche» die Aussage der Aufnahme ins Gegenteil verkehrt habe, so die Agentur.

Bereits am Wochenende hatten der österreichische Journalist Klaus Kamolz und eine im Kanton Basel-Landschaft wohnhafte Person Anzeige gegen die Verantwortlichen der «Weltwoche» erstattet. Inzwischen gab auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (ERK) bekannt, sich mit dem Artikel der Wochenzeitung befassen zu wollen.

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