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Mittwoch
17.02.2021

Medien / Publizistik

Hintergrund der Razzien ist gemäss Reporter ohne Grenzen eine vermeintliche Unterstützung der Massendemonstrationen der vergangenen Monate... (Bild: Artem Podrez/pexels.com)

Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat die Festnahmen und Durchsuchungen bei der belarussischen Journalistenvereinigung BAJ und bei Medienschaffenden aufs Schärfste verurteilt.

Bei den Razzien am Dienstag sind nach Angaben von Reporter ohne Grenzen führende Vertreter der RSF-Partnerorganisation BAJ in ihren Wohnungen festgenommen und die Büroräume der Organisation durchsucht worden.

Weitere Untersuchungen haben bei Medienschaffenden, bei der Menschenrechtsorganisation Wjasna und anderen Nichtregierungsorganisationen stattgefunden, teilte RSF am Dienstag mit.

«Mit den heutigen Festnahmen und Durchsuchungen hat die Welle der Unterdrückung für unabhängige Medienschaffende in Belarus eine neue Eskalationsstufe erreicht», liess sich RSF-Geschäftsführer Christian Mihr zitieren. «Das darf die internationale Gemeinschaft dem Lukaschenko-Regime nicht durchgehen lassen.»

Unter den Festgenommenen seien BAJ-Pressesprecher Baris Haretski und der BAJ-Jurist Oleg Aleev, die nach der Konfiszierung ihrer Arbeitsgeräte und privaten Ersparnisse wieder freigelassen wurden.

Gemäss dem belarussischen Ermittlungskomitee wurden die Durchsuchungen mit dem Verdacht auf «Handlungen, die grob die öffentliche Ordnung stören», begründet. Hintergrund ist eine vermeintliche Unterstützung der Massendemonstrationen der vergangenen Monate.

Razzien hat es ausserdem bei elf Journalistinnen und Journalisten in verschiedenen Teilen des Landes gegeben, erklärte die Journalistenvereinigung weiter.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Belarus auf Platz 153 von 180 Staaten.