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Dienstag
13.06.2017

TV / Radio

Neue Polit-Moderatorin: Christa Rigozzi

Eine Ex-Miss, beliebte Werbeträgerin und knallharte Businessfrau ist neu SRF-Politik-Moderatorin.

Spätestens seit Doris Leuthard 2006 im «Magazin» 2006 und Pascale Bruder 2010 in der «Neuen Zürcher Zeitung» als «die wahre Miss Schweiz» betitelt wurden, vermischen auch sogenannte «Qualitätsmedien» munter Schönheit und Politik. Weshalb also die Aufregung?

Medienexpertin Regula Stämpfli kommentiert für den Klein Report die SRF-Anstellung von Christa Rigozzi.

Da hilft nur ein Griff in die Mythenkiste. Pygmalion war ein typischer Frauenhasser, aber als Künstler ziemlich talentiert. Er erschafft sich eine täuschend echte Frauenstatue, behandelt sie wie einen lebendigen Menschen und siehe da: Das Elfenbein verwandelte sich in Fleisch und Blut. 

Die Botschaft ist: Behandle eine Statue wie einen Menschen und sie wird eine(r). Deshalb sollten die Medien Christa Rigozzi wie eine toughe Polit-Moderatorin behandeln, so sie denn eine werden soll. Die Diskussion zeigt aber: Frauen sind in den Medien nach wie vor nicht «normal», sondern stark von der Zuneigung und Ablehnung ihrer medialen Erzeuger geformt. Das ist Sexismus pur.

Diese Diskriminierung klar entlarvt, bedeutet aber nicht, die SRF-Anstellung von Christa Rigozzi als völlig koscher durchgehen zu lassen. Werbeverträge, unter anderem mit einem Geldinstitut, sind in Demokratie-Sendungen ebenso fehl am Platz wie Politikerinnen im Schönheitsranking.