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Mittwoch
05.09.2018

TV / Radio

Grosse Mehrheit für das Radiostudio in Bern

Der Berner Grosse Rat hat kurz vor der finalen Entscheidung noch einmal ein klares Zeichen gegen die Pläne der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) gesetzt, das Radiostudio Bern nach Zürich-Leutschenbach zu verlegen. Mit 140 Ja- zu 7 Nein-Stimmen nahm das Kantonsparlament am Dienstag die Motion «Radiostudio gehört nach Bern» an.

Die Abstimmung im Berner Kantonsparlament rund zwei Wochen vor dem Entscheid des SRG-Verwaltungsrats über die Zukunft des Radiostudios hat vor allem Symbolcharakter: «Wir können ein klares Zeichen setzen, indem wir die Motion möglichst einstimmig unterstützen», sagte SP-Politikerin Mirjam Veglio, die gleichzeitig Vorstandsmitglied der SRG Bern Freiburg Wallis ist, vor dem Votum.

Die Zuversicht, dass das Radiostudio in Bern bleibt, ist im Grossen Rat aber nicht sehr gross – obwohl der Berner Regierungsrat bis zuletzt intensiv gegen die Umzugspläne lobbyiert hat. Es fehle bei der SRG-Spitze derzeit die Bereitschaft, alternative Ideen zu prüfen, bemängelte Mirjam Veglio.

Auch der Grüne Grossrat Bruno Vanoni geht nicht mehr davon aus, dass das Radiostudio in Bern bleibt: «Hinter den Kulissen tönt es derzeit gar nicht danach», konstatierte er. Der Parlamentarier sieht den möglichen Umzug in einem grösseren Zusammenhang: Laut Bruno Vanoni drohe der Stadt Bern ein weiterer «staats- und medienpolitischer Bedeutungsverlust».

Mit der Schliessung des Politforums durch den Bund – dieses wurde inzwischen von Stadt und Kanton Bern gerettet – und den Sparmassahmen bei Tamedia und SDA sei der befürchtete Bedeutungsverlust bereits angelaufen.