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Mittwoch
11.12.2019

TV / Radio

Befürchtet wird ein Abbau in Raten am Berner Standort...

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) hat die Verlagerung von 70 Arbeitsplätzen von Bern nach Zürich «mit Bedauern» zur Kenntnis genommen. Dem Radiostudio in der Bundesstadt drohe ein Abbau auf Raten.

«Die Befürchtung bleibt, dass die Radio-Hintergrundsendungen von der digitalen Entwicklung abgeschnitten und schrittweise abgebaut werden», reagierte das SSM per Medienmitteilung auf den Umzugsbeschluss der SRF-Geschäftsleitung vom Dienstag.

Es brauche ein langfristiges Bekenntnis zum Standort in Bern als Zentrum für Hintergrund-Journalismus. «Dazu passt der Umzug der Swissinfo-Redaktion vom Standort der Generaldirektion im Osten von Bern ins Radiostudio. Das schafft neue Möglichkeiten, was das SSM begrüsst.»

Ein klares, langfristiges Bekenntnis zum Standort Bern verlangte am Dienstag auch die SRG Bern Freiburg Wallis, die sich in den vergangenen 18 Monaten dafür eingesetzt hatte, dass Bern als starker Radiostudio-Standort erhalten bleibt.

Mit dem Verbleib der «qualitativ hochkarätigen» Magazinsendungen «Rendez-vous» und «Echo der Zeit» bestehe die Hoffnung, dass im grossen SRF-Konzert nun weiterhin auch andere Stimmen und Themen zu hören sein werden als diejenigen aus dem Grossraum Zürich.

«Die SRG Bern Freiburg Wallis setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass die in Bern verbleibenden Redaktionen mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um den medialen Umbruch meistern und zukunftsfähig bleiben zu können.»

Vorbehaltlos positiv zum Umzug des Radiostudios und zur neuen Audiostrategie äusserte sich dagegen die SRG Deutschschweiz. «Die Konzentration auf Hintergrundberichterstattung in Bern und auf Aktualität in Zürich macht Sinn», hiess es dort.

Gelobt wurde von der SRG Deutschschweiz auch der Einbezug der «über 40 Mitarbeitenden» aus Bern in den Umzugs-Entscheid. Die SRG-Geschäftsleitung habe einen «partizipativen Prozess» durchgeführt.

Ganz anders tönte es beim SSM, das als Gewerkschaft die Interessen fast aller SRG-Angestellten vertritt: Die Mitwirkung «zahlreicher Kolleginnen und Kollegen» bei der Mitgestaltung der SRF-Audiostrategie hätten «viele als Alibi-Übung empfunden», da die Entscheide «weitgehend vorher schon feststanden».