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Sonntag
03.11.2019

TV / Radio

TeleBärn, Tele M1 und Tele Top: Hohe Anteile von Beiträgen ohne Bezug zum Konzessionsgebiet (hellgrün)...

Die regionalen TV-Sender drucksen, wenn es um Einordnung und Orientierung geht. Die Sender von CH Media schwächeln laut der aktuellen Programmanalyse von Publicom beim Bezug zur Region.

Laut der Studie, die alle 13 konzessionierten Regional-TV-Sender unter die Lupe nimmt, verlegen sich diese fast immer auf «nüchternes Berichten». Meinungen, Kommentare oder Kritik bieten sie kaum an.

Dass die TV-Sender gar verschiedene Meinungen zum berichteten Geschehen nebeneinanderstellen oder es aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, sei eine «Seltenheit», zumindest gilt dies für die Informationssendungen zu den Hauptsendezeiten, die Publicom für 2018 untersucht hat.

«Auf jeden Fall lassen sich kaum Einordnungsleistungen der Journalisten eines Senders finden», schreiben die Autoren in der 80-seitigen Studie, die das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Auftrag gegeben hat.

Denkbar ist, dass dieses «flache» Informieren von einem übertriebenen Bemühen um Neutralität herrührt. Denkbar ist aber auch, dass man sich aufs kostengünstigste Berichterstatten geeinigt hat. 

Gut weg kommen viele der TV-Sender beim Regionalbezug: In den Informationssendungen werde sehr oft der Bezug zum Konzessionsgebiet hergestellt. 

Allerdings fallen hier die Sender der CH-Media-Familie negativ auf: TeleBärn, Tele M1 und auch TeleZüri bescheinigt Publicom «deutlich die tiefsten Anteile an der Berichterstattung mit Ereignisorten, die innerhalb des Konzessionsgebiets liegen».

Gleichzeitig ist der Anteil an ausländischen Akteuren und internationalen Themen bei diesen drei Programmen überdurchschnittlich hoch. Unter dem Strich «verdichten sich damit die Tendenzen einer eher international ausgerichteten Berichterstattung» bei den CH-Media-Sendern.

Konkret haben bei TeleBärn 45 Prozent der Beiträge keinen Regionalbezug und bei Tele M1 sind es 24 Prozent; doch auch Tele Südostschweiz zählt 39 Prozent nicht-regionale Beiträge, bei Tele 1 sind es 31 Prozent.

Dass es auch anders geht, zeigen zum Beispiel Léman Bleu, wo nur 9 Prozent auswärtige Beiträge gesendet werden, oder das grenznahe TeleTicino mit nur 4 Prozent. Bei TeleBasel am Dreiländereck wurden sogar gar keine Beiträge ohne Regionalbezug gezählt. 

Die Programmanalyse will aufzeigen, wie die TV-Sender, die Geld aus dem Gebührentopf bekommen, ihre Konzession umsetzen. Als «Leistungsindikatoren» wurden Tagesaktualität, Relevanz, Vielfalt, die verwendete Sprache und der Regionalbezug erhoben.

TeleZüri ist als einziger nicht konzessionierter Sender untersucht worden.