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Donnerstag
09.01.2020

Werbung

DOOH hält Online-Konkurrenz stand

Der Anteil der klassischen Medien am Werbekuchen wird 2020 weiter schrumpfen. Am drastischsten wird der Rückgang gemäss einer neuen Umfrage bei Print ausfallen.

41 Prozent der 167 befragten Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen von Schweizer Unternehmen wollen im neuen Jahr weniger Print-Werbung schalten, nur 8 Prozent wollen dagegen die Anzeigen aufstocken.

Die Investitionen in Kino-Werbung wollen 31 Prozent zurückfahren, beim Radio sind es 30 Prozent und beim Fernsehen 29 Prozent, wie aus dem neuen «Branchenindikator» von Leading Swiss Agencies (LSA) und Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) hervorgeht.

Unter den klassischen Medien übersteigt einzig bei der Aussenwerbung die Investitionsfreude den Spardruck: 32 Prozent der Befragten wollen 2020 mehr Out of Home buchen als bisher, nur 20 Prozent aber wollen die Werbung in diesem Segment drosseln.

In alle klassischen Medien zusammen will immerhin gut die Hälfte der Werbe-Auftraggeber gleich viel wie bisher investieren.

Fast spiegelbildlich sieht es im Online-Bereich aus, wo laut der Umfrage ein «weiterer starker Investitionsschub» zu erwarten ist. In Suchmaschinen-Werbung (SEA) wollen 52 Prozent mehr, aber nur 4 Prozent weniger investieren. Bei Social Media sind es gar 70 respektive 1 Prozent, bei Online Videos 72 respektive 4 Prozent. 

Gegenüber dieser Investitionseuphorie wirkt die Display-Werbung, die man schon fast als digitalen «Klassiker» bezeichnen könnte, mit 40 Prozent Wachstumserwartung (gegenüber 14 Prozent Sparabsicht) beinahe etwas rückständig.

Das effektive Schlusslicht unter den Online-Kanälen ist aber Voice, wobei hier nur 6 Prozent der Marketing-Verantwortlichen mehr investieren und 16 Prozent sogar ihr Werbebudget zurückfahren wollen.

Der Voice-Kanal wird von Amazon in anderen Ländern zurzeit gepusht. Ein solcher Treiber «fehlt bei uns bislang noch», schreiben die Studienautoren SWA und LSA. «Ein weiteres Hindernis ist das Fehlen von Sprachsteuerungen, die mit unseren Dialekten kompatibel sind.»

Trotz der Goldgräberstimmung im Digital-Segment: Vom Volumen her ist der klassische Bereich immer noch der grössere.