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Dienstag
09.11.2021

Medien / Publizistik

Martin Otzenberger, Phibi Reichling und Lukas Hofstetter wollen Poetry Slam in Zürich noch populärer machen... (Bild: zVg)

Wer am liebsten Basler Schnitzelbänke hört, wird es vielleicht nicht wissen: Zürich ist seit 1999 eine der bekanntesten Poetry Slam Städte Europas.

Die Limmatstadt war Ausrichterin zweier Deutschsprachiger Poetry-Slam-Meisterschaften, veranstaltete mehrere nationale und internationale Festivals und hat mittlerweile eine der aktivsten Slam-Szenen Europas.

Nun sollen die Strukturen unter dem neuen Label «Silbenschmied» professionalisiert und die Abläufe modernisiert werden, um künftig noch mehr Menschen für die gesprochene Literatur zu erreichen, wie es in einer Mitteilung der poetischen Slammer heisst.

Konkret sollen die Szene weitergebracht und neue Formate entwickelt werden.

Nachdem die langjährigen Schweizer Slam-Veranstalter Martin Otzenberger, Phibi Reichling und Lukas Hofstetter im November 2018 die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften – das weltweit grösste Poetry Slam Festival mit 30 Einzelveranstaltungen und einem Finale im Hallenstadion – erfolgreich zusammen organisiert haben, will das Trio die Zusammenarbeit in einem neuen Verein festigen.

Unter dem Label «Silbenschmied» will man «in der Slam-Metropole Zürich auch künftig grosse Veranstaltungen oder Festivals mit lokaler aber auch internationaler literarischer Ausstrahlung ausrichten».

Die Silbenschmiede sehen sich dabei «nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Ergänzung der lokalen Szene, die wir selber aufgebaut haben, zu der wir weiterhin gehören und mit der wir unsere Veranstaltungen koordinieren».

Neben den bestehenden Veranstaltungen, wie den «Poetry Slam Galas» im Schauspielhaus im Pfauen, den Slam-Führungen im Zoo Zürich und den sommerlichen Open Air Slams in der Badi Engi wird es neu zweimal jährlich einen grossen internationalen «Best Of Poetry Slam» im Volkshaus geben, den «Open-List Slam» in der Eldorado Bar und die ersten «Zürcher Slam-Meisterschaften».

All diese Formate sollen der Nachwuchsförderung, der Schweizer und Zürcher Poetry-Slam-Szene und dem internationalen Austausch der Bühnenpoesie dienen.

Und warum kleine Brötchen backen, wenn grosse auch gehen: Die Initianten sehen den in den 90er-Jahren entstandenen «Dichterwettstreit» heute als «eines der erfolgreichsten und zuschauerträchtigsten Kultur- und Kleinkunstformate überhaupt».

Inzwischen gebe es 4’200 Poetry Slams pro Jahr in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg.