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Dienstag
5.4.2005

Der Roman «Der Schwarm» von Frank Schätzing stürmte letztes Jahr die deutsche Bestsellerliste und verkaufte sich bislang über 700 000 Mal. Nun behauptet der Hamburger Wissenschaftsjournalist und Meeresbiologe Thomas Orthmann, Schätzing habe in seinem Roman «neben zahlreichen Fakten auch wörtlich markante Formulierungen» aus mehreren seiner Berichte übernommen, die er unter anderem auf der Website www.ozeane.de veröffentlicht hatte. Bei der Kölner Staatsanwaltschaft hat Orthmann im März Strafanklage gegen Schätzing eingereicht. Wie die «Welt» schreibt, hat die Behörde nach zweiwöchiger Prüfung reagiert und ermittelt nun gegen Schätzing wegen des Vorwurfs der Urheberrechtsverletzung.

Schätzings Verlag Kiepenheuer und Witsch wies die Vorwürfe von Orthmann am Dienstag zurück. «Frank Schätzing hat nichts anderes getan, als wissenschaftliche Erkenntnisse in seine Romanhandlung zu integrieren und diese als Anregung für die Schilderung tatsächlicher Vorgänge zu benutzen», erklärte der Verlag. Wie die «Welt» berichtet, macht Orthmann, der nach eigener Darstellung auch als Gutachter und Fachlektor für Wissenschafts- und Sachbuchverlage arbeitet, seine Vorhaltungen an dem Romanhelden Leon Anawak fest. Nicht nur seien viele Hintergrundthemen, die Anawak beträfen, auf der Ozean.de-Seite zu finden, sondern auch an zahlreichen Textstellen könne er belegen, dass seine redaktionellen Beiträge «direkte Vorlage für den wissenschaftlichen Hintergrund» von Anawak gewesen seien. Dazu auch: Buchpreis Corine: Kertész, Schätzing und Schirrmacher ausgezeichnet