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Samstag
2.6.2012

Lange wurde gerätselt über das Wie und das Wer. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die «Neue Zürcher Zeitung» hat in Sachen Paywall die Nase vorn - und bei Tamedia wird geprüft, ob man nachziehen will.

Am SwissMediaForum in Luzern hat Peter Hogenkamp, Leiter Digital und Unternehmensleitungsmitglied der NZZ, bekannt gegeben, was die Paywall an der Falkenstrasse in Zürich kostet: Wer «NZZ Online» nutzen will, zahlt künftig 428 Franken im Jahr. Hogenkamp: «Wir werden ein extrem hochpreisiges Angebot haben: 428 Franken für unser gesamte Webangebot mit Archiv, Videos und so weiter.»

Die NZZ setze voll auf Qualität, darum der hohe Preis, begründete Hogenkamp die Strategie. Er räumte ein, dass der Erfolg ungewiss sei: «Ich habe keine Ahnung, ob die Paywall funktioniert. Aber man muss im heutigen Umfeld einfach experimentieren.» Zuversichtlich stimmt ihn, dass die Nachfrage für das heutige «langweilige E-Paper» der NZZ (Hogenkamp) immerhin 9000 Soloabonnenten habe. Für die Abonnenten der gedruckten NZZ bleibt das Onlineangebot gratis. Das Printabo kostet 595 Franken.

Hogenkamp: «Wir schreiben demnächst alle Printabonnenten an und teilen ihnen mit, dass sie die Paywall nie sehen werden.» Die neue Onlinepreispolitik der NZZ tritt im September in Kraft, später als ursprünglich geplant. Hogenkamp gab selbstkritisch zu: «Die Paywall schon auf März anzukündigen, war Quatsch. Da haben wir uns verschätzt.» Hogenkamp äusserte sich auch zum Verhältnis von Print- und Onlinejournalisten. Da gäbe es Gräben wie überall, auch bei der NZZ, aber: «Markus Spillmann und wir alle schütten diese Gräben gemeinsam zu.»