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Mittwoch
02.12.2020

Digital

Es ist jetzt nicht die Zeit für Österreicherwitze....

Die Idee war voller Wille. Die Software aber schwach. Um der Übermacht von Amazon eine einheimische Konkurrenz entgegenstellen zu können, haben das österreichische Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer «Kaufhaus Österreich» lanciert.

Die Shopping-Plattform sollte zum gemeinsamen Webshop werden, in welchem österreichische Händler ihre Ware genauso leicht zugänglich und direkt wie beim grossen Online-Riesen von Jeff Bezos feilbieten könnten.

Am letzten Novembertag wurde die digitale Errungenschaft der einheimischen Detailhändler aufgeschaltet. Bereits über 1‘000 Lieferanten sind gelistet. «Einige Tausend Händler» sind gemäss Harald Mahrer von der Wirtschaftskammer das Ziel. Die Listung ist für die Unternehmen kostenlos. Der eigentliche Kaufvorgang findet auf der eigenen Webseite der Anbieter statt.

Als wertlos hat sich inzwischen allerdings auch die Software entpuppt. In den Medien hagelt es nur noch Kritik und Hohn, denn offenbar funktioniert die Produktsuche überhaupt nicht, wie Nutzer in sozialen Netzwerken lästern.

Wer zum Beispiel ein «iPhone» in einem heimischen Elektronik-Shop kaufen möchte, bekommt einen einzigen Treffer und landet bei einem Laden namens «kukiphone» in Wien. Dort werden keine iPhones verkauft. Aber die Suchmaschine – schlau wie Computer nun mal sind - hat die Buchstabenfolge «iphone» in «kukiphone» gefunden.

Auch andere Suchen laufen ins Leere. Wer einen Föhn zum Kaufen sucht, landet bei einer Ferienwohnung, die gemietet werden kann. Der Begriff «Zahnbürste» führt zu einem Unternehmen, das Besen herstellt.

Auf Twitter wird gespöttelt, dass die Initiatoren offenbar vergessen hatten, die Produktsuche zu testen. Einig ist man sich, dass die Plattform wertlos sei, wenn man darauf nur nach Firmennamen suchen könne.

Der Klein Report meint, die Ösis sollten aber die Hoffnung noch nicht aufgeben. Wir haben auf der neuen Plattform nämlich das Suchwort «Software» eingegeben. Darauf sind uns immerhin sieben Firmen genannt worden. Vom Anbieter für Gartenbau bis zum Reservationssystem für Tennisplätze. Da müsst sich doch was basteln lassen.