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Montag
27.01.2020

TV / Radio

Im Ziel überkommt nicht nur Matthias Mayer der Siegestaumel: Der ORF verschläft vor Aufregung fast die ganze Fahrt von Maxence Muzaton, der seinerseits eine Glanzleistung hinlegte...

Mit Matthias Mayer gewinnt zum ersten Mal seit 2014 ein Einheimischer die Kitzbühel-Abfahrt. Die Rennübertragung bleibt bei Nicht-Österreichern nicht wegen dem Resultat an sich in schlechter Erinnerung, sondern wegen der Reaktion des ORF auf die Triumphfahrt.

Denn als die Startnummer 13 mit Bestzeit ins Ziel fuhr, zeigte der ORF ausgedehnt den Jubel des Rennfahrers und des Publikums und beglückte mit diesen patriotischen Bildern nicht nur die ORF-Zuschauer, sondern – man war auch verantwortlich für das Weltsignal der Übertragung – auch das internationale Skipublikum.

Das Pikante daran: Derweil zeigte der Franzose Maxence Muzaton unter Ausschluss der TV-Öffentlichkeit eine Glanzleistung auf der Streif. Zu sehen waren von seiner Zwei-Minuten-Fahrt live – neben den unspektakulären obersten 38 Fahrtsekunden in einer zeitversetzten Einspielung – einzig die allerletzten fünf Sekunden unmittelbar vor der Zieleinfahrt.

Umso peinlicher, dass der Franzose mit der Startnummer 14 guten Grund zum Jubel hatte: Er beendete die Kitzbühel-Abfahrt mit 31 Hundertstel Sekunden Rückstand auf ORF-Liebling Mayer auf dem fünften Platz.

Entsprechend gross der Ärger der Skifans auf Twitter: «Was war denn Das? Dauerorgasmus nach Mattls Fahrt und dabei die Aufnahme von Muzaton vergessen? Wo bleibt da der Sportgeist und Respekt?», meinte etwa ein User.

Andere werden noch deutlicher: «ORF verpasst vor lauter Feierlaune von Matthias Mayer die Fahrt des Franzosen Muzaton! Völlig respektlos und unprofessionell!» Oder: «FairPlay Made in Austria: Ein Österreicher fährt in Kitzbühel an die Spitze, weshalb der ORF im (Sieges-)Rausch die Fahrt des nächsten Fahrers einfach mal auslässt. Unfair gegenüber Maxence Muzaton und dem internationalen Skipublikum.»

Ein Skifan bringt die ORF-Leistung mit einem Gedicht auf den Punkt: «Ein Satz mit X, das war wohl nix – liebes ORF-Team.»