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Montag
02.09.2019

Medien / Publizistik

Immobilie der ehemaligen «Tagblatt»-Redaktion wurde auch verkauft...

Durch den Verkauf des früheren «Tagblatt»-Redaktionsgebäudes am Oberen Graben in St. Gallen hat die NZZ-Gruppe einen stattlichen Betrag eingenommen. Zusammen mit dem Fachtitel «PACKaktuell», der an die Deutsche Fachverlag GmbH abgegeben wurde, spülte der Immobiliendeal einen Gewinn von 3,2 Millionen in die Kassen der Mediengruppe.

Der Millionenerlös wurde bereits im Geschäftsjahr 2018 realisiert und hatte damals offenbar das Betriebsergebnis auf EBIT-Stufe frisiert. Das zeigt sich nun mit einem Jahr Verzögerung in der Erfolgsrechnung des ersten Halbjahres 2019.

Das EBIT liegt nämlich um 4,4 Millionen oder 35 Prozent unter dem Wert von 2018. Im Aktionärsbrief wird der Umstand, dass das Betriebsergebnis im Vorjahr noch deutlich höher ausgefallen war, mit einem «Sondereffekt» begründet: «Beim Verkauf einer Liegenschaft sowie eines Betriebsteils im Bereich Fachzeitschriften wurde ein Gewinn von 3,2 Mio. CHF realisiert.»

Seit dem Verkauf der früheren Liegenschaft des «St. Galler Tagblatts» gehören aktuell noch zwei Immobilien an der Falkenstrasse 11 und 12 sowie ein Gebäude an der Seehofstrasse 16 in Zürich zum Portfolio der Neue Zürcher Zeitung AG (NZZ AG).

Bereits Ende 2017 hatte die NZZ AG ausserdem das Salomon-Gessner-Haus an der Münstergasse 9 von der Wohlfahrtsstiftung «Spezialfonds der Neuen Zürcher Zeitung» abgekauft.

Das NZZ-Gründungshaus, das sich an bester Lage im Zürcher Niederdorf befindet, wird von der Mediengruppe betrieblich nicht genutzt und somit lediglich als Renditeobjekt gehalten. Es tauchten deshalb Fragen auf, weshalb die Immobilie aus der Wohlfahrtsstiftung genommen wurde.

Dass es in diesem Jahr zu weiteren Bewegungen im Immobilienportfolio des Zeitungsverlags kommt, ist nicht ausgeschlossen. Zur Frage des Klein Reports, ob die NZZ-Gruppe auch im laufenden Jahr Liegenschaften verkaufen wird, hielt sich Seta Thakur, Leiterin der Unternehmenskommunikation, bedeckt: «Hierzu geben wir keine Auskunft.»

Bereits abgewickelt ist ausserdem der Verkauf einer 15-Prozent-Beteiligung an der RecruitingHUB AG. Die NZZ war im Januar 2018 beim Stelleninserate-Vermittler eingestiegen und hat ihre Minderheitsbeteiligung im ersten Quartal 2019 nun schon wieder veräussert. «Sie wurde verkauft, weil wir im Rahmen unserer Strategie verstärkt auf unsere Kernaktivitäten fokussieren möchten», begründete Seta Thakur auf Nachfrage des Klein Reports den Deal.