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Montag
04.10.2021

Medien / Publizistik

Menü in Deutsch, Artikel in Englisch: Die NZZ prüft das «Potenzial eines englischsprachigen Angebots»... (Bild: Screenshot NZZ)

Die «Neue Zürcher Zeitung» hat Fernweh: Kaum ist das Berliner Büro eingerichtet, sucht man an der Zürcher Falkenstrasse mit dem neuen Projekt «NZZ in English» das nächste internationale Abenteuer.

Mit «NZZ in English» geht die «alte Tante» seit April auf die Jagd nach englischsprachigen Leserinnen und Lesern. Übersetzt werden einzelne Artikel, die dann unter nzz.ch/english kostenlos zu lesen sind. Offiziell handelt es sich dabei um ein «Pilotprojekt», das ursprünglich sechs bis acht Wochen dauern sollte.

Auf die Frage des Klein Reports nach dem Stand der Dinge sagte Seta Thakur, Leiterin Kommunikation beim NZZ-Verlag, am Dienstag: «Aufgrund der bisher vielversprechenden Ergebnisse wird dieses Innovationsprojekt weitergeführt, wobei wir iterativ vorgehen. Unter anderem prüfen wir die Lancierung eines englischsprachigen wöchentlichen Newsletters.»

Man habe Erkenntnisse zu Zielmärkten, Zielgruppen und deren Interessen gewinnen können, erklärte Thakur weiter, und fügte an: «Auch die Erfahrungen bezüglich der redaktionellen Prozesse sind aufschlussreich.»

Die Pilotphase sei allerdings noch nicht zu Ende: «Mit dem Innovationsprojekt ‚NZZ in English‘ prüfen wir das Potenzial eines englischsprachigen Angebots der NZZ. Die Erkenntnisse aus der laufenden Pilotphase werden in das weitere Vorgehen und ein allfälliges längerfristiges Angebot einfliessen.»

«NZZ in English» werde von einem Kernteam rund um Eva Günther (Leiterin Innovation) und Michael Lampart (Head of Business Development) geleitet, so Thakur gegenüber dem Klein Report. Zum Team würden zum Beispiel Freelance-Journalisten mit Muttersprache Englisch gehören.

Angesprochen auf die Projektkosten antwortete die NZZ-Kommunikationsleiterin ausweichend: «Zu den Projektkosten können wir keine Auskünfte geben. Aufgrund des experimentellen Charakters ist das Projekt organisatorisch schlank aufgestellt.»

Teil des Experiments «NZZ in English» ist auch «die Entwicklung der redaktionellen Prozesse zur Auswahl und Übersetzung von Inhalten». Derzeit erfolge die Übersetzung aus einer Kombination von Software und Mensch.