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Freitag
09.04.2021

Digital

Ist Clubhouse nur eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung oder auch ein Geschäftsmodell?... (Bild: «Business Punk»)

Clubhouse führt eine Bezahlfunktion ein. Wie die Macher des audiobasierten sozialen Netzwerks in einem Blogpost mitteilen, können Zuhörer den Sprechenden oder Organisatoren von Gesprächsrunden ab sofort Geld schicken. Die Fähigkeit, Zahlungen zu empfangen, werde nach und nach ausgerollt, schreibt das Netzwerk weiter.

Die Möglichkeit, dass Creators Geld verdienen können, ist die erste bedeutsame neue Funktion, welche die Clubhouse-Macher seit dem Start ihrer App vor etwas mehr als einem Jahr einführen. «Es ist uns wichtig, unser Geschäftsmodell mit dem der Creator abzustimmen – das heisst, ihnen zu helfen, Geld zu verdienen und auf der Plattform zu gedeihen», erklären die Gründer zum neuen Update.

Mit diesem Bezahlmodell geht Clubhouse einen anderen Weg, als es Facebook oder Instagram in ihren frühen Tagen getan haben. Statt zur Monetarisierung auf Werbung zu setzen, will die Audio-App offenbar vor allem Nutzer dazu animieren, für die angehörten Inhalte zu bezahlen. 100 Prozent der Einnahmen sollen dabei an den Creator gehen.

Für die Vermittlung werde eine «kleine Gebühr» oben draufgeschlagen. Diese Zahlung geht an Stripe. Der zuletzt mit 95 Milliarden Dollar bewertete Zahlungsdienstleister wickelt die Bezahlungen auf Clubhouse technisch ab.

Eingeblendete Werbung findet sich in der App bislang nicht. Ob sich das bald ändern wird, ist offen. Bereits in einem früheren Blogpost hatten die beiden Clubhouse-Gründer Paul Davison und Rohan Seth angekündigt, «Trinkgeld, Tickets und Abonnements» als Möglichkeiten für die Monetarisierung auszuprobieren.

Ansonsten bleibt Clubhouse vorderhand weiter ohne Einnahmen. Es darf deshalb spekuliert werden, wie der auf eine Milliarde Dollar geschätzte Wert der App in ferner Zukunft in bare Münze umgewandelt werden soll. Auch explodierende Zahlen lassen noch auf sich warten. Allerdings funktioniert der gepflegte Smalltalk nur auf Einladung. Oder war vielleicht doch alles nur eine kurz gehypte Möglichkeit für eine digitale Party im Lockdown?