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Montag
04.10.2021

Kino

Glitzer, Glamour, Grösse und Gold: Das neue Museum in Hollywood ist das eindrücklichste seiner Art in der Welt... (Foto: Museum of Motion Pictures)

Vor vier Jahren erfolgte im Auftrag der Academy of Motion Picture Arts and Sciences der erste Spatenstich. Ein ehemaliges Luxus-Kaufhaus aus dem Jahr 1939 wurde nach Plänen des Star-Architekten Renzo Piano zu einem futuristisch anmutenden Museumskomplex umgebaut.

Die geplanten Kosten haben sich mittlerweile fast verdoppelt – auf rund 480 Millionen Dollar. Kein Wunder: Der Zylinder an der denkmalgeschützten Fassade ist mit 350’000 aus Venedig stammenden Mosaikstücken aus Blattgold verziert worden. Hollywood eben.

Und so hat sich letzte Woche auch die oberste Liga der Stars dieser Gilde an der Westküste zur Eröffnung des lange erwarteten «Museum of Motion Pictures» oder kurz «Oscar-Museum» eingefunden.

Lady Gaga glänzte in schulterfreier Haute Couture, Nicole Kidman im hauchdünnen Blumenkleid, Sophia Loren mit goldenen Pailletten. Auch die Oscar-Preisträger Spike Lee, Tom Hanks, Cher, Warren Beatty, Halle Berry und «Nomadland»-Regisseurin Chloé Zhao waren unter den vielen Stars bei der Eröffnungsgala für das längst überfällige Film-Museum, wie die Fachzeitschrift «Variety» schreibt.

Das Museum hat es tatsächlich in sich, zum neuen Publikumsmagneten für die bald wieder anreisenden Touristen in Hollywood zu werden. Nicht zu übersehen ist dabei, dass für die Realisation auch einige der Stars selbst als Sponsoren tief in die Tasche gegriffen haben. Ziemlich umfangreich ausgefallen ist jedenfalls eine Steven-Spielberg-Galerie. Daneben gibt es eine Barbra-Streisand-Brücke oder auch eine Netflix-Terrasse. Ebenso sollen Sophia Loren, Tony Curtis oder Rita Moreno je eine Million Dollar für die Berücksichtigung ihrer Erinnerungsstücke bezahlt haben. Ansonsten verfügt die Film-Academy, welche die Oscars vergibt, selbst über einen riesigen Fundus mit mehr als 3'500 Devotionalien der Filmgeschichte: Fotos, Poster, Kostüme, Requisiten.

Ausgestellt davon sind zum Beispiel die magischen Ruby Slippers, die Judy Garland anno 1939 in ihrer Rolle als Dorothy Gale im «Zauberer von Oz» getragen hat. Auch die Schweiz ist mit einigen Objekten vertreten, unübersehbar die Figuren von H.R. Giger für «Alien».

Die Reliquien der Filmgeschichte verteilen sich inmitten der Museumsmeile von Los Angeles auf 30’000 Quadratmeter Fläche, sieben Stockwerke sowie einen Kuppelbau.

Das sei eine wichtige Sache für die Stadt, sagte Oscar-Preisträger Tom Hanks, der dem Vorstandsgremium angehört, im Vorfeld bei einer Pressetour. Überall in der Welt würden wunderbare Filme gemacht, aber an einem Ort wie Los Angeles, von der Oscar-Akademie geschaffen, müsse dieses Museum wirklich «der Parthenon» aller Filmmuseen sein. Tatsächlich ist es das erste Filmmuseum in Los Angeles und gleichzeitig die grösste Einrichtung dieser Art in den USA.