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Freitag
03.07.2020

Medien / Publizistik

Hat sich mit der «Weltwoche» geeinigt: Jolanda Spiess-Hegglin...

Im Streit zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und der «Weltwoche» ist es zu einer Einigung gekommen. Das Blatt von Roger Köppel gibt zu, die Privatsphäre von Spiess-Hegglin verletzt zu haben und publiziert eine Zusammenfassung des Urteils.

Nach einem Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt der Stadt Zürich haben sich die beiden Parteien in einem Vergleich geeinigt: Spiess-Hegglin liess die Zivilklage gegen die «Weltwoche» fallen, dafür müsse diese ihre Fehler zugeben und eine Zusammenfassung publizieren. Das zeigen interne Gerichtsprotokolle, die dem Klein Report vorliegen und zuerst von den CH-Media-Zeitungen aufgegriffen wurden.

Ihre Pflicht hat die «Weltwoche» in der Ausgabe vom 2. Juli nun auch erfüllt: Das Magazin hat zugegeben, dass der Artikel vom ehemaligen stellvertretenden Chefredaktor Philipp Gut aus dem Jahr 2015 die Persönlichkeitsrechte von Spiess-Hegglin verletzt hatte. Ausserdem wurde die Zusammenfassung des Urteils auf Seite 15 abgedruckt und prominent auf der Titelseite angekündigt.

«Dass sich die 'Weltwoche' nach fünf Jahren zu den gemachten Fehlern bekennt, ist grosses Kino», sagte Spiess-Hegglin gegenüber dem Klein Report. Die «Weltwoche» signalisiere damit, dass Verleumdungen und Persönlichkeitsverletzungen keinen Platz haben sollten. Journalismus sei keine Lizenz zum Lügen.

«Für mich heisst das auch, dass es wichtig und gut war dranzubleiben. Es gab Zeiten, da hatte ich fast keine Kraft mehr für die Aufarbeitung. Doch Momente wie diese zeigen eben, wie wichtig es ist, Medienschaffende zur Rechenschaft zu ziehen und auf korrekte Berichterstattung zu bestehen», so Spiess-Hegglin weiter.