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Montag
20.01.2020

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Nach Verlust von Volg-Kundenmagazin «öise lade» schloss Inhaber Hansjörg Bolt die Content-Agentur Culinea. Auch bei Brandinghouse gab es eine Kündigungswelle...

Die Culinea AG, Content-Agentur der beiden Inhaber Hansjörg Bolt und Silvia Rohner, hat ihre Geschäftstätigkeit still und leise eingestellt. Das Team wurde per Ende des letzten Jahres aufgelöst. Grund für das Lichterlöschen ist der Verlust des Grosskunden Volg.

Auch die Markenagentur Brandinghouse AG und das Fotostudio Eyework AG, bei denen Hansjörg Bolt ebenfalls als Verwaltungsratspräsident fungiert, werden in der bisherigen Form nicht weitergeführt und in neue Geschäftsgefässe umgewandelt.

Etwa zehn bis 15 Mitarbeitende sind - gestaffelt über mehrere Monate - von den Umstellungen betroffen, wie ehemalige Mitarbeitende gegenüber dem Klein Report sagten.

Gemäss Recherchen des Klein Reports erfolgte bereits Ende 2018 eine Kündigungswelle bei Brandinghouse. Ein Jahr danach mussten dann auch fast alle Grafiker, Content-Produzenten und Fotografen von Culinea und Eyework, die bis dahin Vollzeit für den Grosskunden Volg das Kundenmagazin machten, ihre Sachen zusammenpacken.

Firmenchef Hansjörg Bolt erklärte dem Klein Report: «Mit meinen bald 70 Jahren ist die Zeit gekommen, dass ich meine operative Tätigkeit beende. Ich werde künftig nur noch beratend tätig sein.»

Bolt betonte, dass seine drei Unternehmen Brandinghouse, Culinea und Eyework, die sich die Geschäftsräume an der Affolternstrasse 52 in Zürich Oerlikon im altehrwürdigen Backsteingebäude teilen, getrennt betrachtet werden müssten.

Bei der Agentur Brandinghouse wurde die Arbeit für Volg, den mit Abstand grössten Kunden, Ende 2018 beendet. «Bei Volg kam es zu einem Wechsel im Marketing, daher war das Ende der Zusammenarbeit schon länger absehbar. Der Abbau wurde nach und nach gemacht», so Hansjörg Bolt gegenüber dem Klein Report.

Inzwischen sei nur noch seine langjährige Partnerin Silvia Rohner für einige kleinere Kunden tätig. Es habe sich in den letzten Jahren schlicht und einfach gezeigt, dass sich Brandinghouse als Kreativagentur nicht wie erhofft entwickeln konnte.

Anders die Situation bei Culinea: Die Firma hatte noch bis Ende 2019 für das Kundenmagazin von Volg gearbeitet, bis der letzte Kunde den Vertrag mit der Content-Agentur schliesslich kündigte.

An einer internen Sitzung war sogar die Rede von einem Rechtsstreit mit Volg, wie ein betroffener Mitarbeitender dem Klein Report sagte. «Wir wussten nicht richtig, was los war - bis wir schliesslich die Kündigung erhalten haben.»

Angesprochen auf diesen Streit sagte Hansjörg Bolt lediglich: «Im gegenseitigen Einvernehmen mit Volg haben wir abgemacht, dass wir darüber nicht sprechen.» Weiter bestätigte er: «Volg war der letzte Kunde von Culinea. Das Team wurde aufgelöst und die Geschäftstätigkeit beendet. Wir haben uns von zwei Grafikern, einer Projektleiterin und einer Redaktorin getrennt.»

Und wie ist die Situation bei Eyework? Gemäss Informationen des Klein Reports wurde auch das Eyework-Team per Ende 2019 mehrheitlich aufgelöst. Die Zusammenarbeit mit zwei Fotografen und einem Koch, die alle ebenfalls für das Volg-Kundenmagazin gearbeitet haben, wurde gekündigt.

Hansjörg Bolt erklärte dem Klein Report hingegen, dass Eyework umgebaut werde und künftig unter dem Namen MFO weiterlaufe: Das Fotostudio werde in ein Lab umgewandelt.

Auch die einstige Werbeagentur Brandinghouse habe inzwischen laut Bolt einen «Transformationsprozess» durchgemacht, der nun ebenfalls in der Firma MFO mündet. Deren Geschäftsmodell fokussiert auf die prominenten Räumlichkeiten beim Bahnhof Oerlikon: Der obere Stock des Backsteingebäudes wird als Coworking-Space angeboten, während unten weiterhin ein Restaurant geführt wird.