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Dienstag
28.07.2020

Medien / Publizistik

Der Autoverkehr (schwarz) hat das Vor-Corona-Niveau übertroffen, der Fussverkehr (rot) blieb im Lockdown recht stabil, der öffentliche Verkehr (blau) erhohlt sich nur peu à peu.

Das Berner Marktforschungsinstitut Intervista hat mit Smartphone-Daten nachgezeichnet, wie sich die Bevölkerung während des Lockdown im ÖV und auf den Strassen bewegte.

Dass die Nutzung von Zug, Tram und Bus weitaus am krassesten eingebrochen ist, ist nicht weiter erstaunlich, galt der öffentliche Verkehr doch als einer der grossen Virenschleudern.

Das Ausmass überrascht aber doch: Vom Bekanntwerden des ersten Corona-Falls in der Schweiz am 25. Februar bis kurz nach der Ausrufung des Lockdowns am 16. März sind die mit dem ÖV zurückgelegten Kilometer um über 80 Prozent eingebrochen. Dies im Vergleich zur durchschnittlichen Nutzung im Januar und Februar.

Die Nutzung von Auto und Motorrad ging im gleichen Zeitfenster um fast 60 Prozent zurück. Mit knapp 30 Prozent Einbussen ging der «Fussverkehr» auf den Troittoirs erwartungsgemäss am geringsten zurück.

Während der Einbruch bei allen drei Fortbewegungsarten gleichzeitig stattfand, erholen sie sich laut den Intervista-Zahlen sehr ungleich: Mit dem Auto wurden schon Mitte Juni gleich viele Kilometer zurückgelegt wie im Januar und Februar, und derzeit sogar 20 Prozent mehr. Und auch die Distanzen zu Fuss liegen inzwischen über dem Niveau vor Corona.

Der öffentliche Verkehr dagegen hat sich viel langsamer erholt und liegt immer noch fast 30 Prozent unter dem, was einst die «Normalität» war.

Die Studie stützt sich auf etwa 2600 Smartphone-User im Alter von 15 bis 79 Jahren. Auftraggeber waren das Statistische Amt des Kantons Zürich und die Task Force «Covid-19» der ETH.