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Freitag
28.08.2020

Medien / Publizistik

«Informationsfunktion» hin oder her: Streaming-Dienste liegen während des Lockdowns deutlich vor den Bezahl-Zeitungen.

Seien es Radiosender oder TV-Stationen, Zeitungsverlage oder Streamingdienste: Alle rühmen sich, während des Lockdowns beim Publikum besonders beliebt gewesen zu sein.

Damit liegt zwar niemand daneben, wie die aktuelle «Media Brand»-Umfrage von Publicom bestätigt. Den Bedeutungszuwachs, den das Publikum den Medien während des grossen Lichterlöschens zu masste, ist je nach Medientyp aber doch recht unterschiedlich.

Am stärksten an Bedeutung gewonnen haben laut der Publikumsbefragung die SRG-Medien: Für etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54%) nahm ihre Bedeutung zu. Stark zugelegt haben auch regionale Radio- und TV-Sender mit 37 Prozent «Bedeutungsgewinn».

Damit liegen die elektronischen Medien deutlich vor den unterhaltungsorientierten Streaming-Diensten, die einem den Hausarrest versüssten (+31%). Die Social Media kamen immerhin noch auf ein Plus von 27 Prozent. 

Eher überraschend: Die Bezahl-Zeitungen, auf die sich «Qualitätsjournalismus» und «Informationsfunktion» oft beziehen, kamen im Urteil des Publikums noch auf 26 Prozent Bedeutungs-Plus. Kaum mehr als die Gratiszeitungen, mit plus 25 Prozent. In beiden Kategorien sind die Onlineportale mitgemeint.

Die Befragung startete Ende April, also kurz nachdem die Infektionswelle in der Schweiz abzuflachen begann. Publicom untersuchte total 174 Medienmarken auf ihre «qualitative Ausstrahlung im Publikum».