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Donnerstag
17.01.2019

Werbung

Agenturgeschäft: «Typisches people business»

Fast die Hälfte der Werbeauftraggeber wollen ihre Kommunikationsbudgets im neuen Jahr unverändert lassen. Kaum eine Rolle beim Entscheid für eine Offerte spielen laut dem neuen «Branchenindikator» das Image einer Agentur und ihre Zertifikate.

Zwölf Prozent der Werbeauftraggeber gaben fürs vergangene Jahr einen Rückgang ihrer Unternehmensumsätze an, 17 Prozent meldeten keine Veränderung, 58 Prozent einen Anstieg. 

Bei den Prognosen für 2019 rechnete etwas mehr als die Hälfte mit einem Umsatzwachstum, steht in dem am Dienstag veröffentlichten «Branchenindikator» weiter. Für die Markteinschätzung haben der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) und Leading Swiss Agencies (LSA) im letzten November und Dezember 164 Werbeauftraggeber und 43 LSA-Agenturen befragt.

Mit den angegebenen Umsatzprognosen der Werbeauftraggeber nicht ganz Schritt halten können die Kommunikationsbudgets, mit denen sie planen: 45 Prozent der Befragten wollen ihre Budgets im neuen Jahr unverändert lassen, 30 Prozent möchten die Ausgaben für Kommunikation zurückfahren. Eine Erhöhung planen nur 21 Prozent. «Die Entwicklung der Media-Budgets bewegt sich im vergleichbaren Rahmen», heisst es in dem Bericht weiter.

Die verantwortlichen Branchenverbände hoben die Stabilität hervor: Die Umfrage zeige, dass die Auftragslage in der Kommunikationsbranche «auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten beständig bleibt», kommentierte Leading Swiss Agencies am Dienstag die Ergebnisse. Die Werbeauftraggeber seien sich der «Wichtigkeit ihrer Präsenz in der Öffentlichkeit» bewusst.

Dass das Agenturgeschäft ein «typisches people business» sei und bleibe, ist das zweite Hauptergebnis der Umfrage. Um sich über eine Agentur zu informieren, stützten sich die Werbeauftraggeber am häufigsten auf Empfehlungen, die Kontakte mit der Agenturleitung sowie die Unternehmenswebsite.

Entscheiden sich die Auftraggeber schliesslich für eine Agentur, geben die Persönlichkeiten (86%) und Kompetenzen (94%) im Agenturteam den Ausschlag. Der Preis wurde von 29 Prozent der Befragten als wichtiges Entscheidungskriterium angegeben. Die Bekanntheit der Agentur (6%) und eine allfällige Zertifizierung (1,9%) spielen im Entscheid der Auftraggeber kaum eine Rolle.