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Sonntag
07.06.2015

Medien / Publizistik

Mit Blick auf den Abstimmungsdiskurs in den Medien ist es keineswegs so, dass Contra-Stimmen per se grössere Resonanz finden als Pro-Stimmen. «Die Abzocker-Initiative oder das Raumplanungsgesetz sind nur zwei Beispiele für Vorlagen, bei denen die Pro-Stimmen deutlich überwogen», meint Mark Eisenegger vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) der Universität Zürich gegenüber dem Klein Report.

Was bei der RTVG-Vorlage für den bisherigen Contra-Überhang eine Rolle spiele, sei erstens die ausserordentlich hohe Resonanz: «Eine starke Resonanz für eine Behördenvorlage, wie sie die RTVG-Vorlage ist, kommt regelhaft den Gegnern zugute. Dies zeigte sich zum Beispiel auch bei der Vorlage zur Autobahnvignette, über die Ende 2013 abgestimmt wurde.»

Zweitens dürften für den Contra-Überhang zur RTVG-Vorlage, wie auch zur SRG selbst, vor allem auch die Interessen der privaten Medienorganisationen mitverantwortlich sein: «Nur die AZ Medien und Somedia profitieren von einer Annahme der RTVG-Vorlage, weil sie selbst stark im privaten Rundfunkbereich engagiert sind und bei Annahme der RTVG-Vorlage von höheren Gebühren profitieren würden», meint Eisenegger weiter.

Unabhängig davon nähmen aber alle privaten Medienorganisationen die SRG als Konkurrentin vor allem im Onlinebereich wahr: «Dies dürfte die SRG- und RTVG-Medienberichterstattung mitbeeinflussen.»