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Montag
17.10.2011

Noch zwei Wochen, dann liegt die mit Spannung erwartete erste Ausgabe der Basler «TagesWoche» in den Briefkästen und an den Kiosken. Vor einigen Tagen veröffentlichte das Medienprojekt, welches die Konvergenz von Print und Digital anstrebt, auf seinem Corporate Blog den Schriftzug der neuen Zeitung. Das Logo, etwas lieblos präsentiert auf einem an die Fensterscheibe geklebten weissen Blatt, löste bei den Blog-Usern allerdings mehrheitlich Enttäuschung aus:

«Lieblos» und «uninspiriert» waren noch die netteren Kommentare, andere User vermuteten gar einen «schlechten Scherz». Von den rund 20 Kommentaren fiel nur einer positiv aus. Die etwas hilflos anmutende Reaktion von Redaktor David Bauer («Die Geschmäcker sind verschieden, uns gefällt der Schriftzug sehr gut») konnte die Stimmung auch nicht mehr ändern.

Damit weht auch der «TagesWoche» erstmals ein etwas rauerer Wind aus der Bevölkerung entgegen. Bislang surfte das Medienprojekt, welches eine linksliberale Alternative zur unbeliebten und rechtslastigen «Basler Zeitung» verspricht, auf einer gigantischen Euphorie-Welle. Bevor auch nur die erste Ausgabe erschienen ist, verzeichnet das Blatt über 3000 Abonnenten. 

Das mag irrational erscheinen, hat aber auch seine Gründe, meint der Klein Report. Solange nicht bekannt ist, wie das Blatt daherkommt, kann jeder seine Wunschvorstellungen hineinprojizieren. Doch sobald das Projekt konkret wird, ist auch die «TagesWoche» einfach nur eine Zeitung. Und dass die Basler besonders kritische Konsumenten sind - ob im Fussballstadion, im Theater und eben auch beim Zeitungslesen -, musste die «TagesWoche» soeben zum ersten Mal erfahren. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Denn ob die neue Zeitung mit ihren begrenzten Ressourcen die grossen Erwartungen der Bevölkerung erfüllen kann, muss sich erst noch zeigen.