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Donnerstag
12.09.2019

Digital

Libra muss höchsten Standards entsprechen

Die Libra Association mit Sitz in Genf hat die Finanzmarktaufsicht (Finma) um eine Einschätzung gebeten, wie die Aufsichtsbehörde die geplante Digital-Währung «Libra» samt Ausgabe eines «Stable Coin» nach Schweizer Recht einordnen würde. Das teilte die Finma auf ihrer Homepage mit.

Die Facebook-Währung «Libra» benötigt demnach in der Schweiz eine Bewilligung als sogenanntes Zahlungssystem. Auch müssen laut Finma mit Blick auf Geldwäscherei-Bekämpfung die Einhaltung höchster internationaler Standards im gesamten Ökosystem des Projekts eingehalten werden. Das Ökosystem müsse als ganzes immun sein gegen erhöhte Geldwäschereirisiken, schreibt die Finanzmarktaufsicht.

Eine Währung wie «Libra» habe aber auch noch andere Anforderungen zu erfüllen. «Bankähnliche Risiken müssen auch bankähnlichen Regulierungsanforderungen entsprechen», so die Finma. Eine weitere Grundvoraussetzung für eine Bewilligung als Zahlungssystem sei, dass die mit der Verwaltung des Reservefonds verbundenen Erträge und Risiken vollständig von der Libra Association getragen werden und nicht etwa von den Besitzern der «Libra»-Coins.

Ein konkretes Bewilligungsgesuch zu «Libra» sei aber noch nicht bei der Finma eingetroffen, ein Bewilligungsverfahren würde erst dann starten, wenn dieses vorliege.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Kritik am «Libra»-Projekt, zum Beispiel von seiten der Notenbanken. Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) forderte im Juli, dass Digitalwährungen den höchsten Aufsichtsstandards genügen müssten und die Stabilität des Finanzsystems nicht gefährden dürften.

Auch müsse «Libra» wie jede andere Digitalwährung, die in den Vereinigtern Staaten operiere, den US-Regulierungsstandards entsprechen, betonte kürzlich die im US-Finanzministerium zuständige Unterstaatssekretärin Sigal Mandelker an einer Medienkonferenz in Bern.