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Mittwoch
28.04.2021

Kino

Der Schweizer Film braucht dringend mehr Taschengeld...

Da freuen sich die Schweizer Filmschaffenden: Die ständerätliche Kulturkommission WBK will die sogenannte «Lex Netflix» nicht komplett verwässern und hält an einer Investitionspflicht von 4 Prozent fest.

Das bedeutet: Wer Filme zeigt, soll auch in Filme investieren. So sieht es schon länger auch der Bundesrat, der diese Forderung in das neue Filmgesetz eingebaut hat. Nur der Nationalrat hat sich bisher von dieser Notwendigkeit nicht überzeugen lassen.

Doch das sei «der einzig richtige Weg, um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren, denn die meisten Länder Europas kennen bereits vergleichbare Pflichten», schreiben die Filmverbände in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Demnach sollen künftig auch Streaming-Plattformen sowie ausländische Werbefenster einen Anteil ihrer Einnahmen ins Schweizer Filmschaffen investieren.

Die vom Bundesrat vorgeschlagenen 4 Prozent sind dabei im internationalen Vergleich nicht hoch, aber fürs Schweizer Filmschaffen enorm wichtig: «Wenn die Nachbarländer bedeutsame Investitionsverpflichtungen kennen, die Schweiz aber nicht, dann sind wir Schweizer Filmschaffenden benachteiligt und werden im Prozess teils von Beginn an vergessen», sagt Elena Pedrazzoli, Co-Präsidentin GARP Gruppe Autoren, Regie, Produktion.

Dass die zuständige Ständeratskommission jetzt eine Investitionspflicht von 4 Prozent stützt, ist deshalb höchst erfreulich, meint auch Roland Hurschler, Geschäftsführer ARF Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz.

Der Gesetzesvorschlag geht nun als nächstes in den Ständerat und danach zurück in den Nationalrat, der sich letzten Herbst noch für eine deutliche Abschwächung und eine Investitionspflicht von lediglich 1 Prozent ausgesprochen hatte.

Die Schweizer Filmschaffenden hoffen, dass sich die Räte auf die Intention des Bundesrats besinnen und dafür sorgen, dass das Schweizer Filmschaffen nicht benachteiligt wird. Denn: «Gerade für Serien sind wir auf internationale Koproduktionen angewiesen – diese lassen sich oft nicht alleinig mit Schweizer Budgets stemmen», sagt Jean-Marc Fröhle, Filmproduzent und Co-Präsident der IG unabhängige Schweizer Filmproduzenten.

Und die Filmschaffenden sehen bei dieser Massnahme auch alle Zutaten für ein Happy End: «Die vom Bundesrat vorgeschlagene Investitionspflicht würde die Branche dabei unterstützen, sich der internationalen Konkurrenz zu stellen und auch mehr Produktionen zu exportieren», ist Heinz Dill, Präsident SFP Schweizerischer Verband der Filmproduzenten, überzeugt. Dazu hat er eine Schlusspointe: «Und das erst noch ohne Steuergelder, sondern dank international üblichen Abgaben.»