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Montag
09.12.2019

Digital

Dalith Steiger: «Daten per se nutzen uns noch nichts. Aber wenn wir sie auswerten, dann können wir sehr viel daraus machen.» (Bild: zVg)

Wie wird künstliche Intelligenz unser Leben beeinflussen? Diese Frage stand am Donnerstag beim Lunch-Event der International Advertising Association (IAA) bei Ginetta in Zürich im Zentrum.

Der Vortrag von Dalith Steiger, Co-Gründerin und Managing Partner des Netzwerks SwissCognitive – The Global AI Hub, zeigte die Möglichkeiten auf, die künstliche Intelligenz heute schon bietet.

Der Auftakt gehörte dem Hollywood-Schauspieler Will Smith. Er war zwar nicht persönlich vor Ort, aber zumindest dank eines Youtube-Videos fühlten sich die anwesenden Gäste durch Smith willkommen geheissen. Das Video zeigte den Film-Star und den humanoiden Roboter «Sophia», die sich gemeinsam zu einem Date trafen – das sich dann aber als unromantisch entpuppte.

Dass die künstliche Intelligenz (KI) bei einem Date nicht einen Menschen ersetzen kann, war wohl allen im Raum bewusst. Doch wo könnten bald wirklich Roboter statt Menschen arbeiten? Als Dalith Steiger nach dem Video ihre Präsentation begann, konnte sie die Verunsicherten beruhigen: «Es geht nicht darum, den Menschen redundant zu machen, sondern die künstliche Intelligenz zu unseren Gunsten zu nutzen.»

Genau hier sieht Steiger, die seit 2016 SwissCognitive zusammen mit Andy Fitze leitet, die Herausforderung von KI: Roboter und Algorithmen so zu nutzen, dass sie den Menschen bei der Arbeit und auch in der Freizeit unterstützen. Eigentlich sei es ganz einfach: «Daten per se nutzen uns noch nichts. Aber wenn wir sie auswerten, dann können wir sehr viel daraus machen.»

Als erstes Beispiel stellte Steiger angewandte Künstliche Intelligenz in der Medizin vor. Die riesigen Datenmengen, die Menschen von ihren Körpern bereits sammeln, können mithilfe von ausgeklügelten Algorithmen effizient für die Forschung ausgewertet und genutzt werden. So könnte unter anderem die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose minimiert werden. Das komme dann allen zugute, und nicht nur dem Arzt oder dem Spital.

Damit sprach sich Steiger klar für die Verwendung von sensiblen Daten aus: «Je mehr Daten wir zur Verfügung haben, desto besser wird die Gesundheitsversorgung», sagte sie nach dem Vortrag auf Nachfrage des Klein Reports.

Doch Künstliche Intelligenz in der Medizin wird nicht nur in reichen Ländern wie der Schweiz verwendet, sondern auch in ärmeren Regionen der Welt. Laut Steiger werden Algorithmen erfolgreich in der Bekämpfung des Grünen Stars, der weltweit zweithäufigsten Ursache für Blindheit, eingesetzt.

«Wir müssen sicherstellen, dass die Algorithmen, die wir erstellen, auch das machen, was wir brauchen.» Selbst die Hochseefahrt könne von KI profitieren, ohne dass Jobs verloren gingen, sagte die Referentin vor den Zuhörenden. Mithilfe von Unmengen an Informationen zu Strömungen oder zum Wetter können Fahrten von Containerschiffen besser organisiert werden. «So muss der Kapitän seinen Platz am Steuerrad nicht aufgeben.»

Steiger sieht vor allem in der Schweiz einen optimalen Standort für die Weiterentwicklung von KI. «Die Schweiz hat mit ihren Spitzen-Universitäten, den globalen Tech-Konzernen und den vielen KMUs ein riesiges Potential.» Nicht zuletzt aus diesen Gründen sieht Steiger die Schweiz in den Top-Five-Nationen in der Entwicklung und Anwendung von KI machen.