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Dienstag
06.04.2021

TV / Radio

Auf Ricardo werden einzelne Alben versteigert, Sony Music hat jetzt den gesamten Katalog gekauft... (Bild: Ricardo)

Der Nobelpreisträger und Musiker Bob Dylan hat es getan, Neil Young und jetzt auch Paul Simon. Der Songwriter und 16-fache Grammy-Gewinner verkauft seinen Autorenkatalog.

Die Rechte an Texten und Kompositionen von «Simon & Garfunkel»-Klassikern wie «Bridge Over Troubled Water» (1970) oder «Mrs. Robinson» (1968) und jene von Werken aus Simons Solo-Karriere liegen künftig bei Sony Music Publishing, wie beide Parteien kurz vor Ostern mitgeteilt haben.

Sony-Music-Chef Rob Stringer erklärte, Simons Songs und Musikaufnahmen anvertraut zu bekommen, sei ein «Privileg der höchsten künstlerischen Ordnung für Sony Music».

Von 1964 an haben Simon & Garfunkel fünf Alben veröffentlicht und Sony zufolge mehr als 100 Millionen Platten verkauft. Als Solo-Künstler kamen von Paul Simon bis heute noch mal 13 Alben hinzu. Wie das Branchenmagazin «Billboard» berichtet, hatte bislang die Verlagssparte von Universal Music Simons Autorenkatalog verwaltet, die Rechte lagen aber bei dem Musiker.

Wie viel Sony dem 79 Jahre alten Superstar für die Rechte bezahlt hat, wird nicht kommuniziert.

Vergleichbare Deals aus der jüngsten Vergangenheit lassen aber schätzen, dass der Kaufpreis auch hier im dreistelligen Millionenbereich liegt. Universal Music Publishing soll für 600 Werke von Bob Dylan 400 Millionen Dollar gezahlt haben.

An der Londoner Börse wurden kürzlich auch 50 Prozent der Rechte an Texten und Kompositionen von 1'180 Songs von Neil Young für 150 Millionen Dollar dem Hipgnosis-Fonds zugeschlagen. Der von Blackrock unterstützte amerikanische Verlag Primary Wave hat für 80 Prozent der Autorenrechte von «Fleetwood Mac»-Frontfrau Stevie Nicks rund 100 Millionen Dollar ausgegeben.

Solche Investoren von ausserhalb der Musikbranche spekulieren darauf, dass sich die Werte von Katalogen mit Klassikern im Zuge des weiter wachsenden Streamingbereichs sowie durch die Nutzung der Musik in Filmen, Videospielen oder Werbung dank digitalen Kanälen in Zukunft noch steigern lassen.