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Dienstag
2.6.2015

Medien / Publizistik

Trotz seiner 79 Jahre wurde Sepp Blatter zum fünften Mal zum Präsidenten der Fifa gewählt. Weil es aus allen Richtungen Kritik in seine Richtung hagelt, wird in der Schweiz nun ein Imageschaden befürchtet.

«Seine Leistungen sind besser als sein Image», so äussert sich PR-Profi Klaus J. Stöhlker auf Anfrage des Klein Reports über Sepp Blatter.

In der Tat hat es Blatter geschafft, aus der zu Beginn seiner Amtszeit kleinen, finanziell angeschlagenen Fifa eine Grossmacht mit globaler Bedeutung zu formen. Stöhlker sieht für die Schweiz viele Vorteile darin, dass mit Blatter ein Schweizer an der Spitze des grössten Sportverbandes der Welt steht. «Dadurch, dass die Fifa ihren Hauptsitz in Zürich hat, werden viele Arbeitsplätze generiert. Die Fifa ist ausserdem ein Tourismusmotor, hinzu kommt das geplante Fifa-Museum, welches an die 200 000 Zuschauer anziehen soll.»

Der PR-Berater kennt Blatter persönlich und beschreibt ihn als «liebe und treue Person. Es wäre falsch, Blatter für die aktuellen Korruptionsskandale verantwortlich zu machen, schliesslich hat er keinen Einfluss darauf, wer im Exekutivkomitee sitzt. Diese Leute werden von den nationalen Verbänden gewählt», findet Stöhlker.

Auch für die Vergabe der WM an Katar soll Blatter nicht verantwortlich gewesen sein, Stöhlker verweist dabei auf Michel Platini. In der Tat weiss man inzwischen, dass Platini 2010 für eine WM-Vergabe an Katar gestimmt hat. Nur wenige Wochen später wurde sein Sohn Laurent als Europachef der Firma Qatar Sport Investments angeheuert. Umso verwunderlicher, dass ausgerechnet Platini immer heftiger in Richtung Blatter schiesst.

Trotz allem erhält Blatter selbst aus der Schweiz kaum noch Rückendeckung. Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbands, äusserte sich gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» zu dessen Wiederwahl: «Ich werde nicht öffentlich machen, welcher Name auf meinem Wahlzettel stand.» Ein klarer Seitenhieb in Richtung Blatter.

Dass Blatter nicht gerade das beste Image geniesst, könnte unter vielen anderen Dingen auch mit seinem Kommunikationschef Walter De Gregorio zusammenhängen, der immer wieder mit unglücklichen Aussagen auf die Fifa und Sepp Blatter abfärbt.