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Mittwoch
5.12.2018

Medien / Publizistik

Behörden entfernten Mahnmal in Valletta

Die Ermittlungen rund um den Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia schleppen dahin. Neun Journalistenorganisationen machen deshalb in einem gemeinsamen Aufruf auf den «lack of justice» aufmerksam.

Genau vor einem Jahr, am 4. Dezember 2017, waren drei verdächtige Männer festgenommen worden. «Auch ein Jahr später sind die drei Verdächtigten noch nicht vor Gericht gestellt worden und die Ermittlungen haben es verpasst, weitere greifbare Ergebnisse zu liefern», kritisieren die Organisationen in dem englischsprachigen Aufruf.

Das Klima der freien Meinungsäusserung habe sich in Malta weiter verschlechtert, heisst es zudem. Auch, dass die Behörden das Mahnmal zu Ehren der ermordeten Journalistin mehrmals wegräumten, prangern die Organisationen an.

Daphne Caruana Galizia war von einer Autobombe getötet worden, die am 16. Oktober in der Nähe ihres Hauses detoniert war.

Auf ihrem Blog «Running Commentary» hatte die Journalistin die Korruption in maltesischen Regierungskreisen, illegalen Handel und Offshore-Finanzgeschäfte kritisiert. Die 53-Jährige hatte unter anderem über die Beteiligung enger Vertrauter des Ministerpräsidenten Joseph Muscat an Geschäften berichtet, die später auch in den «Panama Papers» auftauchten.

An dem internationalen Aufruf beteiligten sich unter anderem PEN America, das International Press Institute, Reporter ohne Grenzen und das European Centre for Press and Media Freedom.