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Freitag
13.08.2021

Kino

Das umstrittene Poster und ein Szenenbild aus dem neusten Film von Almodóvar...

Hass-Postings schlüpfen durch. Nacktheit wird auf Facebook sofort entdeckt. Es ist ein schwieriges Thema. Immer wieder zensierte das soziale Netzwerk in der Vergangenheit «unkeusche» Abbildungen und machte dabei selbst vor Gemälden oder Statuen nicht Halt. Nun erwischte es auch Star-Regisseur Pedro Almodóvar mit dem Plakat zu seinem neusten Film.

«Madres paralelas» wird am 1. September die 78. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig eröffnen und handelt von zwei schwangeren Frauen, die sich vor der Geburt im Krankenhaus ein Zimmer teilen. In den Hauptrollen spielen Penélope Cruz, Milena Smit, Israel Elejalde und Aitana Sánchez-Gijón.

Dass der Film nun schon vor der Eröffnung der Filmfestspiele für Aufregung sorgt, ist dem offiziellen Filmplakat von Designer Javier Jaén zu verdanken. Es zeigt die Brustwarze einer stillenden Frau mit einem Tropfen Muttermilch. Die zu Facebook gehörende Foto-Plattform Instagram ortete in der Veröffentlichung einen Verstoss gegen die hauseigenen Regeln gegen Nacktheit. Der Eintrag wurde zum Beginn dieser Woche entfernt.

Dabei wäre die Publikation möglich, denn in den AGB von Instagram steht, dass Darstellungen von unbedeckten weiblichen Brustwarzen unzulässig sind, «sofern diese Frauen nicht beim Stillen, nach einer Entbindung und in den Momenten danach, in gesundheitsbezogenen Kontexten (z. B. nach einer Brustamputation, zur Sensibilisierung für Brustkrebs oder bei einer geschlechtsangleichenden Operation) oder infolge einer Protestaktion zeigen».

Am Donnerstag ruderte Instagram denn auch zurück und entschuldigte sich beim spanischen Regisseur und seinem Designer für die Löschung, wie «Der Spiegel» schreibt.

Dem Bericht nach hatte Designer Jaén bereits geahnt, dass sein Plakat auf Instagram und Facebook Probleme verursachen könnte, doch Almodóvar habe ihn persönlich unterstützt. «Er erzählte mir, dass er sein ganzes Leben lang Filme mit Postern gemacht hatte, lange vor Instagram, und er würde dies auch nach Instagram tun.»

Weiter ereiferte sich Jaén: «Dies ist wahrscheinlich das erste Bild, das ich bei meiner Geburt sah. Eine Firma wie Instagram sagt mir, dass meine Arbeit gefährlich ist, dass die Leute sie nicht sehen sollten, weil sie pornografisch ist.» Aber: «Wie vielen Leuten erzählen sie, dass ihr Körper schlecht ist, dass ihr Körper gefährlich ist?», kritisierte der Plakatdesigner die umstrittene Doppelmoral des sozialen Netzwerks.

Der Klein Report meint: Ins Lürzer's Archiv wird es das Poster entgegen aller Aufregung trotzdem nicht schaffen.