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Freitag
19.11.2021

Werbung

Es wird teurer, möglichst viele Menschen erreichen zu wollen. Vor allem das Fernsehen hat zur Preisentwicklung beigetragen... (Grafik: SWA/LSA)

Die beiden Verbände Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) und Leading Swiss Agencies (LSA) publizieren jährlich einen aussagekräftigen Preis-Leistungsindex für Mediakontakte. Nachdem viele Printtitel im Corona-Jahr 2020 signifikant Leserschaft verloren haben, steigt der Index bei den 84 Publikationen im Warenkorb um 8 Prozent an, wie die beiden Verbände mitteilen.

Im Fernsehen steigt der Index bei den 15-49-Jährigen wegen Prognoseanpassungen um 6 Prozent. Nur bei Out of Home sinkt der Index in diesem Jahr leicht.

Besonders hart getroffen in Corona-Zeiten wurden die Zeitschriften, welche wohl weniger weitergegeben wurden oder zum Beispiel in Wartezimmern nicht mehr zugänglich waren.

Die Folge davon waren sinkende Leserzahlen und damit ein Anstieg im Index von +12,2 Prozent bei den Frauenzeitschriften und +12,9 Prozent bei den Zeitschriften. Ebenfalls stark im Index verteuert hat sich die Tagespresse mit +16.3 Prozent. Etwas weniger stark wirkte sich dies auf die Sonntagspresse +4,9 Prozent und regionale Wochenpresse +6 Prozent aus. Einzig die Konsumentenpresse wurde um 0,5 Prozent günstiger.

Im Fernsehen basiert der Index auf den Planwerten der Sender und nicht auf den effektiv erzielten Resultaten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die geplanten Kontaktpreise im Jahr 2021 bei den 15-59-Jährigen stabil geblieben und bei den 15-49-Jährigen um insgesamt +6,2 Prozent gestiegen.

Bei einzelnen Sendern war dabei die Inflation im 2. Halbjahr 2021 wesentlich höher. Zudem ist in der Deutschschweiz mit +8,8 Prozent die Preis-/Leistungssteigerung in der gleichen Zielgruppe deutlich höher. In der Romandie blieb der Index der 15-49-Jährigen stabil und im Tessin sank dieser um -2 Prozent.

Der Index für Out of Home (OOH, analog) zeigt einen Rückgang von rund 1 Prozent auf die Preise/Leistungen. Während dem Rückgang der Mobilität gewährten die Vermarkter zudem zusätzliche Rabatte, welche im Index nicht erfasst sind. Nach wie vor im Index nicht erhoben sind die Preis-/Leistungsentwicklungen für digitale Aussenwerbung (DOOH).

«Eine Inflation ist somit in diesem Jahr auf Basis der offiziellen Preisen bei vielen Printtitel sowie auf den Planwerten einzelner TV-Sender nachweisbar», rechnen die Verbände.

Ringier Advertising hat dazu angekündigt, die Bruttopreise für 2022 bei einzelnen Titeln anzupassen. Eine Forderung, welche der SWA schon mehrfach geäussert hat.

Sorgen bereitet den beiden Verbänden LSA und SWA die aktuellen Preisentwicklung im Fernsehen. Vor allem viele von Goldbach (TX Group) vermarkteten TV-Sender planen ihre Preise für 2022 markant zu erhöhen.

Insbesondere in der Deutschschweiz mit einer Inflation in der Planzielgruppe der 15-49-Jährigen von 10 Prozent bis teilweise über 20 Prozent. «Diese Preisentwicklungen schaden der TV-Gattung und könnten zu Mediamix-Verschiebungen führen», glauben SWA und LSA.