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Sonntag
10.10.2021

Medien / Publizistik

In Russland und auf den Philippinen kämpfen sie für die Pressefreiheit: Dmitri Muratow und Maria Ressa (Bilder Wikipedia)

Der Friedensnobelpreis 2021 geht an zwei Medienschaffende: Die philippinische Journalistin Maria Ressa, Gründerin des investigativen Mediums Rappler, und Dmitri Muratow, Redaktor der regierungskritischen russischen Zeitung «Nowaja Gaseta».

Maria Ressa berichtete zwei Jahrzehnte lang für CNN aus Südostasien und gründete dann die mehrfach preisgekrönte Nachrichtenseite Rappler. So wurde sie zu einer Vorkämpferin der philippinischen Medien gegen die Repressionen durch Präsident Rodrigo Duterte.

Das «Time Magazine» kürte die Journalistin 2018 gemeinsam mit weiteren Medienschaffenden zur «Person des Jahres». In diesem Jahr erhält Ressa zudem den Guillermo Cano World Press Freedom Prize der Unesco.

Maria Ressa wird seit Langem mit verschiedenen Klagen überzogen. Wegen angeblicher «Diffamierung im Internet» wurde sie 2020 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Parallel laufen sechs weitere Anklagen gegen die Journalistin, unter anderem wegen Steuerhinterziehung, die sie für viele Jahre hinter Gitter bringen könnten. 

Mehrere frühere Anklagen gegen Maria Ressa mussten die Gerichte jedoch wieder fallenlassen, wie Reporter ohne Grenzen zu der Preisträgerin schreibt.

Maria Ressa teilt sich den Friedensnobelpreis mit Dmitri Muratow, der sich seit Jahrzehnten und in einem immer restriktiveren Klima für die Pressefreiheit in Russland einsetzt. 

Muratow war einer der Gründer der unabhängigen, regierungskritischen Zeitung «Nowaja Gaseta», für die er auch heute arbeitet. Auch Anna Politkowskaja, deren Ermordung sich am 7. Oktober zum 15. Mal jährte, hatte für die Moskauer Zeitung geschrieben. 

Fünf weitere Mitarbeitende der «Nowaja Gaseta» sind ermordet worden.