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Sonntag
11.10.2020

Medien / Publizistik

Brothers in Arms: Donald Trump mit Jake Hoffman, CEO Rally Forge... (Bild: Rally Forge)

Kurz vor der US-Wahl hat Facebook Hunderte Fake-Profile und Dutzende Gruppen gelöscht, die in dem Online-Dienst Stimmung für Amtsinhaber Donald Trump oder gegen dessen Wahl-Herausforderer Joe Biden gemacht haben.

Der Leiter der Abteilung für Cyber-Sicherheit bei Facebook, Nathaniel Gleicher, sagte am 8. September, das Unternehmen habe das Marketingunternehmen Rally Forge aus Arizona vollständig gesperrt. Dieses habe im Auftrag Trump-naher Organisationen «unauthentisches Verhalten» auf Facebook koordiniert.

Mit «unauthentischem Verhalten» bezeichnet Facebook das Vorgehen von Nutzern, die unter falscher Identität politische Botschaften in dem Online-Dienst hinterlassen. Insgesamt seien 200 augenscheinlich gefälschte Facebook-Profile und 55 Facebook-Gruppen gelöscht worden, teilte Gleicher mit. Auch beim Tochterunternehmen Instagram habe man 76 Profile gesperrt.

«Viele dieser Profile nutzten Archivfotos und gaben sich als rechts stehende Personen aus», erklärte Facebook. Obwohl «die Menschen hinter diesem Netzwerk» versucht hätten, ihre Identität zu verschleiern, habe man die gefälschten Profile auf die Aktivitäten von Rally Forge zurückführen können.

Auf seiner Webseite wirbt das Marketing-Unternehmen ansonsten korrekt: «We don’t do marketing. We do more. Making movements happen.» Und: «We only work with those that fight for truth», wie der Klein Report amüsiert zur Kenntnis nehmen darf.

Wie in der «Washington Post» zu lesen ist, beauftragte Rally Forge Jugendliche damit, Beiträge in Online-Netzwerken zu verbreiten, um Trump in ein positives Licht zu rücken.

Der CEO und Präsident von Rally Forge, Jake Hoffman, hat die Vorwürfe bisher nicht kommentieren wollen.

Gemäss Facebook folgten rund 373‘000 Facebook-Nutzer den gefälschten Profilen oder Gruppen. Bei Instagram waren es 22‘000 Nutzer.