Content:

Donnerstag
29.07.2021

Medien / Publizistik

Eine Ideologie hätte in einem öffentlichen Medium nichts zu suchen, kritisiert der Beanstander. Die SRG-Ombudsstelle widerspricht ihm... (© Bild: SRG-Ombudsstelle)

Scharfe Kritik am Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): Ein Hörer der Sendung «Echo der Zeit» findet die Leitlinien zur gendergerechten Sprache «undemokratisch» und ein «Mittel der Repression». Nun hat die Ombudsstelle eine Stellungnahme zur Beschwerde verfasst.

«Schon seit längerer Zeit fällt bei SRF auf, dass eine Sprache verwendet wird, die extrem störend und für mich unerträglich ist. Sprache ist gelebte Kultur und darf nicht von oben verordnet werden», stört sich der Hörer und fragt gleichzeitig nach der Legitimation der SRG, solche «Sprachregelungen ungefragt einzuführen».

Eine Ideologie hätte in einem öffentlichen Medium nichts zu suchen, kritisiert er und schwurbelt weiter: Solche Regelungen seien undemokratisch und ein Mittel der Repression. 

Die SRG-Ombudsstelle hat nun am Dienstag eine ausführliche Stellungnahme auf die Beschwerde verfasst, die ein viel diskutiertes und aktuelles Diskussionsthema anschneidet. In der Antwort verteidigt sie die neuen Leitlinien des SRF zur genderneutralen Sprache.

Die neuen Sprachregelungen seien «zugegebenermassen gewöhnungsbedürftig», denn sie können den Sprachfluss stören, heisst es im Dokument. Doch als Unternehmen, dass alle Bevölkerungsteile umfasst und der Gleichberechtigung Rechnung trägt, wolle SRF auf das «generische Maskulinum», bei dem die Frauen lediglich «mitgemeint» sind, verzichten. Diese Sprachweise sei nicht mehr angebracht und nicht mehr zeitgemäss.

Sprache und Denken würden sich gegenseitig beeinflussen, stellt die Ombudsstelle richtig fest und appelliert an Forschungsergebnisse, die zeigten, dass Kinder beim Begriff «Wissenschaftler» Männer zeichnen und nicht Frauen.

Zudem weist die Ombudsstelle den Hörer darauf hin, dass die Sprache kein starres Konstrukt sei, sondern sich fortlaufend wandele. 

SRF steht mit seinen neuen Leitlinien zur gendergerechten Sprache, die im Frühjahr publiziert wurden, nicht alleine da: In jüngster Vergangenheit haben verschiedenste Redaktionen beschlossen, die Sprache der Zeit anzupassen – so auch erst kürzlich die grössten deutschsprachigen Nachrichtenagenturen