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Freitag
27.08.2021

Medien / Publizistik

Politico gilt als einer der einflussreichsten Nachrichtenanbieter weltweit... (Bild: Axel Springer)

Vor einer Woche waren es noch Gerüchte. Jetzt steht es schwarz auf weiss auf der Webseite von Axel Springer: Das Medienunternehmen übernimmt sowohl das US-Portal als auch die noch ausstehenden 50-Prozent-Anteile an dem aktuell als Joint Venture geführten europäischen «Politico». Dieses ist seit 2019 profitabel.

Neben dem vollständigen Erwerb von «Politico» hat Axel Springer auch die Übernahme der News-Webseite Protocol angekündigt. Diese ist auf den Technologiesektor spezialisiert. Für den Deal habe man mit Robert Allbritton eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Allbritton ist Gründer und Chef der beiden News-Marken.

In den USA ist Axel Springer schon heute mit den Marken «Insider» und «Morning Brew» präsent. Durch «Politico» werde man in den USA nun «noch einmal deutlich stärker vertreten sein». Als Reaktion dazu meint «The New York Times» in einem Kommentar: «A deal that could shake up the Washington media scene».

Seit der Firmengründung vor 15 Jahren hat sich «Politico» zu einem der einflussreichsten Nachrichtenanbieter weltweit und einem Aushängeschild für erfolgreiche Medieninnovationen im 21. Jahrhundert entwickelt. Als zuverlässige politische Nachrichten- und Informationsquelle verschafft das Unternehmen gemäss Eigenbeschrieb den «einflussreichsten Entscheidern der Welt Einblicke, Informationsvorteile und Autorität».

Das Unternehmen beschäftigt rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Nordamerika, mehr als die Hälfte davon auf redaktioneller Seite. Das vor sieben Jahren gegründete Politico Europe beschäftigt inzwischen nahezu 200 Mitarbeitende. «Politico» erwarb Anfang 2021 den auf Umwelt und Energie spezialisierten Nachrichtenanbieter E&E News.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer, gibt sich auf der Homepage überzeugt, dass «Politico» den digitalen politischen Journalismus revolutioniert und als «echter Leitstern» neue Standards gesetzt hat.

Das Verlagsmodell sorgt mit einträglichen Firmenkundenabos und Werbeeinnahmen für stetiges Wachstum und solide Gewinne.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, es soll sich aber um die grösste Übernahme der Firmengeschichte handeln. In konkurrenzierenden Medien wird eine Summe von einer Milliarde Dollar kolportiert. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2021 geplant und steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen.