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Dienstag
30.11.2021

Medien / Publizistik

«Der EU-Kommission ist es ein Dorn im Auge, dass ihre vielfältigen Wohltaten in den Medien der Mitgliedstaaten zu wenig Beachtung finden», zündelte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». (Bild Wikipedia)

Die Europäische Union macht 1,8 Millionen Euro locker für 16 Nachrichtenagenturen. Auch Keystone-SDA gehört zu den Profiteuren. Zusammen sollen sie einen Newsroom in Brüssel aufbauen.

Der Newsroom werde es «Journalisten ermöglichen, gemeinsam über EU-Angelegenheiten zu berichten und den Geist der Zusammenarbeit in der Heimat zu fördern», sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Montag bei der Präsentation der Pläne am European News Media Forum in Brüssel.

Von dem gemeinsamen Newsroom erhoffen sich die EU-Behörden eine Stärkung der «grenzüberschreitenden Zusammenarbeit». Als Beispiel nannten sie die «Pandora Papers» zu den Steuerschlupflöchern. 

Unter anderem soll eine zentrale, mehrsprachige Website eingerichtet werden mit News zu EU-Themen. Auch für die Weiterbildung der Journalisten und Journalistinnen soll es Geld geben.

Die Fäden des Projekts zieht die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Zu den beteiligten Agenturen gehören die französische AFP, die italienische ANSA, die österreichische APA oder die spanischen Agenturen EFE. Auch Agenturen aus Nicht-EU-Ländern sind dabei, etwa die serbische Tanjug oder Keystone-SDA aus der Schweiz.

«Seit Langem ist es der EU-Kommission ein Dorn im Auge, dass ihre vielfältigen Wohltaten in den Medien der Mitgliedstaaten zu wenig Beachtung finden», kommentierte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» den Plan. Die meisten EU-Behörden störe zudem, dass «kein gemeinsamer Resonanzboden für europäische Politik, sprich keine europäische Öffentlichkeit», existiere.

Schon Mitte 2022 soll der Ticker im neuen Brüsseler Newsroom rattern.