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Montag
05.04.2021

TV / Radio

Auf die Aktion von den Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf (l.) und Joko Winterscheidt folgte ein grosses Echo auf Social Media... (Bild © Prosieben)

Eingeplant waren eigentlich nur fünfzehn Minuten. Doch nach Absprache mit dem Sender Prosieben wurde die Sendung «Joko & Klaas live» am Mittwochabend auf ganze sieben Stunden verlängert. Grund dafür war eine Sonderaktion, um in Echtzeit Einblick in die Missstände des Pflegeberufs zu geben.

«Es ist das bisher aussergewöhnlichste ‚Joko & Klaas live‘, das gestern Abend auf Prosieben zu sehen war», schreibt der Privatsender selbst über die Primetime-Sendung. Bis Donnerstag in die frühen Morgenstunden wurde werbefrei der Alltag einer Pflegefachkraft dokumentiert.

Konkret begleitet wurde Gesundheits- und Krankenpflegerin Meike Ista, die während einer ganzen Schicht im Knochenmark- und Transplantationszentrum der Uniklinik Münster eine Bodycam trug. Nebenbei kamen zahlreiche Alten- und Krankenpfleger zu Wort, um auf die Probleme in ihrem Beruf hinzuweisen.

Mit der Aktion wollten die zwei TV-Moderatoren Joko Winterscheidt (42) und Klaas Heufer-Umlauf (37) gegen den Pflegenotstand in Deutschland ein Zeichen setzen und dem Publikum «eine Vorstellung geben, was es wirklich bedeutet, in diesem Beruf zu arbeiten», wie es in der Anmoderation hiess.

Seit geraumer Zeit sind die Missstände im Pflegeberuf bereits bekannt, auch hier in der Schweiz. Es geht um fehlendes Personal, wenig Zeit für die Betreuung, Überlastung und zu wenig Entlohnung – aber auch um die Politik, die falsche Rahmenbedingungen setzt.

In den sozialen Medien genoss das ungewöhnliche «Joko & Klaas live» grossen Zuspruch: Das Hashtag «nichtselbstverständlich», das im Rahmen der Sendung lanciert wurde, wurde bis zum Donnerstagnachmittag bereits 50'000-mal getwittert.

Auch Konkurrenten wie die Sender RTL und Arte sandten der Aktion Lob zu: «Was da gerade bei Prosieben passiert, dürfte ein Stück deutsche TV-Geschichte sein. Chapeau», so die Twitter-Meldung von Arte. Und auch deutsche Politiker wie Olaf Scholz und Jens Spahn dankten für die Sendung.

Die ungewöhnlich lange Sendezeit hatten sich die beiden Moderatoren in der am Dienstag ausgestrahlten Show «Joko & Klaas gegen Prosieben» durch mehrere Wettkämpfe gegen ihren Arbeitgeber erspielt.