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Donnerstag
17.06.2021

Medien / Publizistik

«Weniger Häuptlinge – mehr Indianer:innen»: Konsultationsverfahren startete am 25. Mai. «Es darf aber nicht nur an der Basis gespart werden...»

Die Chefredaktion der zusammengelegten Redaktionen «Berner Zeitung» und «Der Bund» soll in Zukunft aus vier Personen bestehen.

Auch sonst sind Kaderpersonen gemäss der Tamedia-Ankündigung sehr grosszügig übernommen worden, wie Syndicom am Mittwoch in einer Stellungnahme der Personalkommissionen festhält und auf die dementsprechenden «grosszügigen Löhne» fürs Kader hinweist. «Es darf aber nicht nur an der Basis gespart werden. Deshalb fordern wir: Weniger Häuptlinge – mehr Indianer:innen.»

Ein Vorschlag dafür, den Abbau der 20 Vollzeitstellen abzufedern, sei die Deckelung der Löhne. «Ein Bruttogehalt von 9'000 Franken pro Monat hält die Belegschaft für vertretbar», heisst es vonseiten der Personalkommissionen und der Gewerkschaft. Aber auch hier soll die Massnahme nicht nur die Basis betreffen, sondern auch Personen in leitender Funktion.

Um den Stellenabbau zu verhindern respektive abzumildern, böten Mitarbeitende an, «freiwillig ihr Arbeitspensum zu reduzieren», wie es in der Stellungnahme zuhanden der Chefredaktionen der Zeitungen «Berner Zeitung» und «Der Bund» sowie der Leiterin der Editorial Services (TES) heisst. «So könnte gespart werden, ohne Kolleginnen und Kollegen zu entlassen.»

Tamedia bestehe darauf, dass die neue Redaktion per 1. Oktober 2021 operativ umgesetzt sein müsse. Der Zeitplan ist aus Sicht der Personalkommissionen «äusserst sportlich». Rechne man die Kündigungsfrist von drei Monaten mit ein, bleibe nur noch wenig Zeit, diese bis Ende Juni fristgerecht auszusprechen.

Offen bleibt, wie die Vorschläge und Forderungen der Belegschaft von Tamedia aufgenommen werden. «Wir berufen uns auf das Versprechen, dass die Forderungen ernst genommen, eingehend geprüft und wo möglich umgesetzt werden», so der Appell der Peko von BZ/Bund sowie derjenigen der Editorial Services, die gemeinsam zehn alternative Sparmöglichkeiten aufgezeigt haben, um Kündigungen zu vermeiden.

Das obligatorische Konsultationsverfahren startete am 25. Mai 2021.