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Montag
08.02.2021

Kino

Es hätte der Beginn einer grossen Karriere werden können: Donald Trump in «Kevin allein in New York» bei einer Szene im Plaza Hotel...

Der aktivste Schauspieler im Weissen Haus war Ronald Reagan. Er spielte 1951 in «Bedtime for Bonzo», 1957 in «Höllenhunde des Pazifik» zusammen mit Nancy Reagan oder 1964 «Der Tod eines Killers». Immerhin an der Seite von John Cassavetes, unter der Regie von Don Siegel und nach einem Buch von Ernest Hemingway. Dazu war Reagan von 1947 bis 1952 Präsident der Schauspielergewerkschaft in den USA.

Donald Trump wäre auch gerne Schauspieler geworden. Leider ist es mit seiner Karriere nicht wie gewünscht nach oben gegangen. Zwar durfte er 1992 eine Cameo-Rolle im Weihnachtsfilmklassiker «Kevin allein in New York» spielen. Der Film spielt im Plaza Hotel in New York und der spätere US-Präsident wurde von Kevin nach dem Weg zur Lobby gefragt. Trump hat die Antwort ohne Textfehler liefern können, denn er war damals auch der Besitzer dieses Hotels am Central Park.

Wie Regisseur Chris Columbus später verriet, wurde die Produktion von Donald Trump erpresst. Eine Dreherlaubnis im Plaza sollte es nur geben, wenn Donald auch selbst mitspielen darf.

Weitere Auftritte hatte Donald Trump später in «Die kleinen Superstrolche», im Wallstreet-Film «Wer ist Mr. Cutty?» und «Zoolander». Sein berühmtester Film wurde «Der Duft der Frauen» mit Al Pacino. Doch diese Szene ist leider dem Schnitt zum Opfer gefallen.

Verständlich deshalb, dass der Ex-Präsident aus nachhaltigem Gram über seine verpatzte Karriere jetzt konsequenterweise seinen Austritt aus der Schauspielergewerkschaft gegeben hat.

In seinem Austrittsschreiben lässt Trump kein gutes Haar an der Gewerkschaft. Man habe «nichts für ihn getan», klagt er. Beiträge erheben und «gefährliche, unamerikanische» Werte vertreten, nur das täte die Gewerkschaft, und damit nichts für ihre Mitglieder und ihn selbst, poltert Trump in dem Brief.

Die Gewerkschaft selbst hat umgehend mit einer coolen Pointe reagiert. Gabrielle Carteris, Präsidentin der «American Federation of Television and Radio Artists» hat auf der Webseite der Gewerkschaft einfach ein erlöstes «Thank You» neben den Austrittsbrief von Trump gestellt.