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Donnerstag
17. Mai 2012, 05:46
Deutsche Plagiatejäger suchen den nächsten «Täter»
21:06
Sonntag
27.02.2011
Ausland

Wiki-Aktivisten wollen bei Plagiapedia weitere Doktorarbeiten untersuchen. Ein Doktor ist noch lange nicht genug: Nachdem sie mit dem GuttenPlag-Wiki bereits erfolgreich Plagiate in der Dissertation von Verteidigungsminister zu Guttenberg aufgespürt haben, wollen Internetaktivisten jetzt die Doktorarbeiten weiterer Politiker unter die Lupe nehmen, wie «Spiegel Online» am Wochenende meldete.

Die Liste ist lang. Mehr als 30 Einträge lang. Und sie enthält bekannte Namen wie Guido Westerwelle, Gregor Gysi und Angela Merkel. Die Liste wurde von einer Gruppe Freizeitforscher zusammengetragen. Viele von ihnen haben schon am GuttenPlag-Wiki mitgearbeitet, haben die Doktorarbeit von Verteidigungsminister zu Guttenberg nach nicht markierten Zitaten aus fremden Texten abgesucht. Doch jetzt wollen sie mehr, sie wollen überprüfen, ob Persönlichkeiten, «die in herausstechend verantwortungsvollen Positionen unserer Gesellschaft stehen», bei ihren wissenschaftlichen Abschlüssen geschummelt haben.

Für ihr Vorhaben nutzen sie ein Wiki, der Name Plagiapedia-Wiki erinnert nicht zufällig an die umfangreiche Wikipedia und das GuttenPlag-Wiki. Ganz wichtig ist den Initiatoren beider Projekte, dass Plagiapedia und GuttenPlag-Wiki nicht in einen Topf geworfen werden, berichtete «Spiegel Online» weiter.

Der Auslöser für die Gründung des Plagiapedia-Wiki sei der Vorschlag eines GuttenPlag-Mitstreiters gewesen, nach der Dissertation von zu Guttenberg weitere Doktorarbeiten der letzten Jahre nach ähnlich gravierenden Abschreibereien zu durchsuchen. Ganz ohne Blick auf die politische Kaste wollte er mit dieser Fleissarbeit die Diskrepanz von Guttenbergs Ausarbeitung «zur üblichen wissenschaftlichen Praxis» belegen.

Auf der Liste, die sich die Plagiatejäger nun vorgenommen haben, finden sich aber reihenweise Politiker. Selbst die Dissertation von Ex-Bundeskanzler Kohl wollen die Verfehlungsfahnder noch einmal gründlich überprüfen. Und auch der Kriminologe Christian Pfeiffer, der aufgrund seiner kritischen Haltung zu Medienkonsum und Computerspielen bei Jugendlichen als streitbarer Geist gilt, ist mit seiner mehrfach ausgezeichneten Doktorarbeit «Kriminalprävention im Jugendgerichtsverfahren» auf der Liste zu finden.

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