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Montag
18.11.2019

Medien / Publizistik

NPD demonstriert gegen ihre Kritiker

Die rechtsextreme NPD mobilisiert in Hannover zu einer Demonstration gegen drei frei Journalisten, die über Neonazis recherchieren. Nun rufen Redaktionen und Verbände zu Gegenprotesten auf.

«Ein hochrangiger Neonazi-Kader sprach auf mehreren Veranstaltungen über Julian Feldmann und erwähnte dabei einen Revolver, der schon bereitliege», heisst es in dem Online-Aufruf unter anderem.

Neben Julian Feldmann sind David Janzen und André Aden ins Fadenkreuz der NPD geraten. Die drei freien Journalisten schreiben seit Jahren über die braune Szene. Auf Janzens Wohnung hat es laut dem Aufruf dieses Jahr bereits mehrere Anschläge gegeben.

«In zahlreichen Texten werden Journalisten verächtlich gemacht und denunziert. Kritische Journalisten werden mit kostenintensiven Unterlassungserklärungen, Klagen und Anzeigen überzogen. Fotos von Kollegen werden über Szene-Medien gezielt verbreitet», heisst es zur Taktik der Neonanzis.

Der Aufruf fordert unter anderem, dass die Impressumspflicht neu geregelt wird mit dem Ziel, die Privatadressen der Journalisten besser zu schützen. Die Polizisten sollen im Umgang mit Medienleuten geschult, die Staatsanwälte auf die Angriffe auf Journalisten senibilisiert werden.

Unterschrieben haben den Aufruf neben zahlreichen Journalistenverbänden unter anderem die Redaktionen von «Zeit», «Spiegel» oder das NDR-Ressort Investigation.