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Donnerstag
03.09.2020

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Der Street Photographer Daniel Comte bekommt von seinem Sohn ein Buch geschenkt...

Mit 51 Jahren wurde Daniel Comte vor die Diagnose Alzheimer gestellt. Seither konzentrierte sich der frühere Creativ Director immer leidenschaftlicher auf Street Photography. Jetzt ist aus seinen Fotos das Buch «St len Moments» geworden.

In der Photobastei in Zürich werden ab dem 4. September 50 seiner schönsten Exponate gezeigt.

300 nationale und internationale Creative Awards und Effie Awards hat er im Verlauf seiner Karriere gewonnen. Seine Kreativität eingebracht hat Daniel Comte bei Agenturen von Matter Leo Burnett über GGK Basel, Weber Hodel Schmid, McCann Erickson, AY&R bis Draftfcb/Lowe, Blue Spirit und zuletzt Ping Pong. Dann musste der CD aufgeben.

Alle 17 Minuten erkrankt ein Mensch in der Schweiz an Demenz. Daniel Comte hat die Diagnose im Jahre 2014 bekommen. Da wirkte der Cousin von Michele Comte bereits als Street Photographer. In den folgenden Jahren sollte das seine wichtigste Beschäftigung werden, um mit seiner Demenz klar zu kommen.

Daniels Sohn, Anatole Comte, und Heike Rindfleisch, eine langjährige Freundin der Familie, erfüllen nun einen von Daniels Herzenswünschen: die Veröffentlichung seiner Fotografien in einem Buch.

«Ein Grossteil der Arbeiten wurde von uns in Eigenregie erstellt – von der Strategie über Konzept bis hin zur Gestaltung und Text», erklärt Anatole Comte.

Daniels Bilder wurden strukturiert und zu kleinen Geschichten neu zusammengestellt. Beobachtungen von Demenzsymptomen, nämlich «da stimmt was nicht», sind dabei auf charmante Weise in die Gestaltung integriert.

Die Kombination aus Fotografie und Symptomen geschieht mit einer bewusst gewählten Leichtigkeit. Die Bilder in einem neuen Kontext sollen dem Schrecken der Krankheit entgegen wirken. Untermauert werden die schwarz-weissen Fotos mit den Headlines, die der Ex-CD noch selbst schrieb, «und kleinen Anekdoten, die wir mit Daniel erlebt haben, die den skurrilen Humor von Daniel unterstreichen», freut sich der Sohn über die Ehrerbietung gegenüber seinem erkrankten Vater.