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Donnerstag
12.12.2019

Medien / Publizistik

Al Gore über Greta Thunberg: «Bewegungen gewinnen in dem Moment an Boden, wenn junge Menschen beschliessen, das Thema zu ihrer Sache zu machen.»

Das «Time»-Magazin hat Greta Thunberg zur «Person des Jahres» gewählt. Was Umweltaktivisten und Klimaforscher während Jahrzehnten vergeblich versuchten, sei dem Teenager mit seinem Schulstreik über Nacht gelungen: Aufmerksamkeit auf die Klimafrage zu lenken.

Wie das britische Magazin am Mittwochnachmittag twitterte, hat die Redaktion die 16-jährige Schwedin zur Persönlichkeit des Jahres gekürt. «Die Kraft der Jugend» ist auf dem aktuellen Cover zu lesen, auf dem Foto steht Greta an der Meeresbrandung in Portugal.

«Wir können nicht einfach weitermachen so, als ob es kein Morgen gäbe, denn es gibt ein Morgen», sagt sie den «Time»-Reportern auf einem Schiff, das sie von den USA nach Spanien an den derzeit laufenden Uno-Klimagipfel bringen wird. «Das ist alles, was wir sagen.»

Über Jahrzehnte hätten Wissenschaftler und Aktivisten dafür gekämpft, dass Politik und Wirtschaft die Klimafrage ernst nähmen. «Dieses Jahr aber bekam ein unscheinbarer Tenager irgendwie die Aufmerksamkeit der ganzen Welt», heisst es in dem ausführlichen «Time»-Porträt über die «Person des Jahres 2019» weiter.

Greta Thunberg habe keine magische Lösung. Es sei ihr aber gelungen, einen globalen Einstellungswandel anzustossen, wobei sich «Millionen vager Mitternachtsängste in eine weltweite Bewegung transformierten».

Thunberg habe denjenigen, die bereit sind zu handeln, einen moralischen Appell angeboten, schreibt das «Time»-Magazin. Und sie habe «Schande auf jene geworfen, die nicht bereit sind, zu handeln».

Der ehemalige US-Vizepräsident und Klimapolitiker Al Gore stellte die Wahl von Greta Thunberg zur «Person des Jahres» in einen grösseren Rahmen: «Im Laufe der Geschichte haben viele grosse und moralisch fundierte Bewegungen in dem Moment an Boden gewonnen, als junge Menschen beschlossen, diese Bewegung zu ihrer Sache zu machen.»