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Freitag
07.08.2020

Medien / Publizistik

Werbeumsatz um 42 Prozent bei den Zeitungen und Zeitschriften eingebrochen, was 185 Millionen Franken entspricht...

Die staatliche Organisation Public Health England hat während des Lockdowns am meisten Werbegelder ausgegeben. Insgesamt sind die Werbeausgaben in den britischen Medien im Vorjahresvergleich um 1,2 Milliarden Franken zurückgegangen.

Vom 23. März bis zum 30. Juni haben sich die Werbeausgaben in Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften, Radio und Kino sowie auf Plakaten und Werbeflächen mit einem Minus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Das schrieb am Dienstag die britische Tageszeitung «The Guardian», die sich auf Zahlen des Marktforschungsfirma Nielsen beruft.

Der Lockdown hat die Ausgaben für Werbung in den britischen Kinosälen am schwersten getroffen: Satte 100 Prozent weniger und damit null Franken wurden ausgegeben. In der gleichen Vorjahresperiode waren es noch knapp 97 Millionen Franken. Auch die Aussenwerbung war mit einem Minus von 80 Prozent proportional stark betroffen.

In absoluten Zahlen spürte das Fernsehen die Hauptlast der Kürzungen der Werbebudgets. Fast 600 Millionen Franken weniger (-37 Prozent) wurden für TV-Spots ausgegeben. Zeitungen und Zeitschriften mussten mit einem Minus von 185 Millionen Franken Werbegelder (-42 Prozent) auskommen.

Doch nicht alle Kunden haben ihre Budgets zusammengestrichen: Der britische Staat stockte seine Werbeausgaben um 5000 Prozent nach oben und machte für insgesamt 52 Millionen Franken auf die Gefahren des Coronavirus aufmerksam.

«Public Health England führte eine effektive Kampagne durch, um die Einhaltung des Lockdowns zu fördern und das Bewusstsein für die besten Gesundheitsmassnahmen zu schärfen», wird Barney Farmer, Commercial Director bei Nielsen, im «Guardian» zitiert.

Mit den Mehrausgaben war der britische Staat in der untersuchten Zeitperiode die klare Nummer eins der Werbekunden in Grossbritannien. Die Nummer zwei, der Mischkonzern Unilever, gab fast 50 Prozent weniger aus.